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Kirche in WDR 2 | 21.04.2016 | 05:55 Uhr

Die Queen und die Kirche

Die Queen und die Kirche

„God save the Queen“! Königin Elisabeth II. wird heute sagenhafte 90 Jahre alt – und die Welt verneigt sich. Bei der Queen geht es mir wahrscheinlich ebenso wie vielen auf der Welt: Ich find sie einfach klasse! Und das hat wenig damit zu tun, dass ich Monarchist wäre. Auch eingefleischte Demokraten können die Queen toll finden. Schließlich ist Großbritannien eine der ältesten Demokratien der Welt! Und trotzdem singen die Briten jedes Mal bei der Nationalhymne „Gott schütze die Königin“.

Dabei ist die Queen von England mehr als nur Staatsoberhaupt. Sie steht für Tradition, für einen gewissen Stil, das ganze Höfische. Die Queen steht vielleicht wie keine andere für dieses ur-britische Lebensgefühl: In dem paart sich Beharrlichkeit mit einem guten Schuss Humor und mit diesem etwas „Aus-der-Zeit-Gefallen-Sein“. British stubbornness eben, der sprichwörtliche britische Eigensinn.

Die Queen ist so eine Art Institution auf zwei Beinen: immer nett lächeln, tut keinem weh. Man schätzt sie nicht für das, was sie tut – das ist ja offen gestanden nicht besonders viel – sondern dafür, dass es sie einfach gibt. Im Grunde: die personifizierte Harmlosigkeit.

Und ich befürchte: Vielen Menschen weltweit geht es so ähnlich mit der katholischen Kirche. Sie finden diese Institution irgendwie toll, die auch ein wenig aus der Zeit gefallen scheint, die – zugegeben: oft etwas Höfisches hat – und alles in allem eine unglaubliche Beharrlichkeit aufweist. Die katholische Kirche hat das römische Reich überlebt, hat Kaiser und Könige kommen und gehen sehen – der Papst aber ist immer noch da in Rom. Wie gesagt: Man könnte meinen, die katholische Kirche habe da vieles gemein mit der Queen.

Aber ich warne diejenigen, die der Kirche nur applaudieren, weil sie beharrlich ist. Ich warne diejenigen, die an der Kirche lediglich die Hülle bewundern, das imposante Äußere – die Kirchbauten, den feierlichen Ritus. Sie übersehen den eigentlichen Kern. Die Kirche hat einen Auftrag: Gott bei den Menschen erfahrbar werden zu lassen. Da reicht nicht der Blick zurück, und das Hüten der Traditionen. Bei der Kirche geht es darum, was sie heute für die Menschen tut. Und da gelten ganz einfach die Regeln Jesu: „Was Ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, oder „Liebe deine Feinde“. Das ist nicht harmlos, sondern mitunter ganz schön unbequem.

Unzweifelhaft klar macht das in diesen Tagen das Oberhaupt der katholischen Kirche: Papst Franziskus. Ganz früh hat er klar gemacht: Ich bin nicht nur Grußonkel für eine jahrhundertealte Institution. Franziskus fährt in Flüchtlingslager und redet der Politik ins Gewissen. Er spendiert den Obdachlosen am Petersplatz Duschen und Sanitärräume. Und er kritisiert schließlich immer wieder die Selbstgefälligkeit seiner eigenen Kirche. Denn oft genug feiert die sich selbst mehr, als ihrem Kern gerecht zu werden, nämlich: Barmherzigkeit zu üben.

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