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Kirche in WDR 3 | 27.09.2018 | 07:50 Uhr

"Die Route wird neu berechnet"

Guten Morgen.

„Die Route wird neu berechnet“, sagt mir mein Navigationsgerät im Auto manchmal.

Ich bin dann falsch gefahren oder habe einen anderen Weg genommen, als vom Navi vorgegeben.

Wahrscheinlich könnte ich ewig falsch fahren, mein Navi wird mir immer freundlich und bestimmt die richtige Richtung weisen. Oder manchmal eben auch umdisponieren, die Route neu berechnen, nach Umwegen suchen.

Mein Navi verliert das Ziel, das ich eingegeben habe, nie aus den Augen, genauso wenig wie die Geduld. Allerdings: Ich muss schon wissen, wohin ich fahren will, sonst hilft mein Navi nicht. Aber dann wird mir die Suche abgenommen und ich kann sogar wählen, ob ich auf der kürzesten, schnellsten oder wirtschaftlichsten Route fahren will.

Genial, ich brauche nur der Ansage zu vertrauen und dem Weg zu folgen.

Zumindest in der Theorie. Dass auch mein Navi sich irren kann, mich fehl leitet und nicht ans Ziel bringt, habe ich natürlich auch schon erlebt. Statt auf der Autobahn landete ich in einer Tiefgarage. Vielleicht waren die Karten nicht aktualisiert. Dafür muss ich schon selbst sorgen. Mein Navi weiß ja nicht von allein, ob sich eine Straßenführung geändert hat oder es eine Großbaustelle gibt.

Und doch erinnern mich diese Umwege wie der in die Tiefgarage daran: Es geht nicht immer geradeaus in meinem Leben, ohne Abzweigungen, Umwege und Einbahnstraßen.

Da gab es falsche Entscheidungen, Sackgassen, die Erfahrung, ans Ende gelangt zu sein.

Und es hat dann eine ganze Weile gebraucht, sich wieder neu zurechtzufinden.

Das Gute ist aber und darauf kann und darf ich vertrauen, dass mein Navi irgendwann wieder sagt: „Die Route wird neu berechnet“ - ich darf noch einmal einen anderen Weg einschlagen, eine Umleitung nehmen und zur Not sogar von vorn beginnen.

Und ich muss nichts dafür tun, das macht mein Navi nämlich von alleine.

Mich erinnert die Ansage meines Navis an einen Vers aus der Bibel:

„Weise mir Herr, deinen Weg“. (Psalm 86,11)

Es ist mein Konfirmationsspruch und er begleitet mich schon lange.

Ich bitte Gott, dass er mir den Weg weist und mich begleiten möge. So wie ich auch mein Navi um Wegweisung bitte. Darum, die Route neu zu berechnen. So vertraue ich auch darauf, dass Gott bei mir ist, wenn ich neu anfangen muss. Wenn ich Umwege gehe oder in Sackgassen gerate. Dass auch Gott mir erlaubt, noch einmal neu starten zu können.

Mir eine zweite Chance gibt.

Schon lange bevor Navis auf den Markt kamen, vor vielen tausend Jahren schon, vertrauten sich die Vorfahren im Glauben Gott an. Sie mussten sich manchmal auch erst wieder neu ausrichten, neu nach Gott suchen und fragen.

Wie ein Update, das jedes Navi braucht, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Gott und mein Navi – ein echte Vertrauenssache. Eine Wegweisung durch das Leben. Geradeaus und zielstrebig. Aber eben auch auf krummen Wegen mit Hindernissen.

Und manchmal kommt eine neue Route dabei raus, eine ganz andere Richtung, als ich in meinem Lebensplan eingetragen habe. Am Ende darf ich immer darauf vertrauen, dass jemand sagt: „Die Route wird neu berechnet.“ Mein Navi tut es bestimmt.

Gutes Geleit auf Ihrem Weg heute wünscht Ihnen,

Ihre Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln.

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