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Kirche in WDR 5 | 10.04.2018 | 06:55 Uhr

Die Tugenden - Klugheit

Die Amerikaner, die immer schon besser wussten, was bei den Menschen ankommt, haben den Leitsatz geprägt: good news are bad news. Die guten Nachrichten sind die schlechten Nachrichten. Trotzdem erst einmal einen guten Morgen.

Werfen Sie einmal einen Blick in die Zeitung mit den großen Buchstaben zum Beispiel. Sie können sich aber auch die Tagesschau vornehmen. Was kommt meist ganz nach vorne? Natürlich die schlechten Nachrichten. Kriege da, Anschläge dort, Firmenpleiten, moralische Skandale oder Ehekrisen und Scheidungsgeschichten Prominenter. Und am nächsten Tag, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Auch hier im WDR werden Sie eher von Sünden als von Tugenden hören.

Nehmen wir einmal die Klugheit.

Um ihr auf die Spur zu kommen, ein Gleichnis aus der Bibel über die Dummheit.

Da gibt es einen. Der schuftet Tag und Nacht. Reich will er werden, aussorgen für den Rest seines Lebens. Er gönnt sich nicht die kleinste Pause, treibt alle bis zur Erschöpfung. Ich fantasiere jetzt mal etwas hinzu, was mir aber nicht zu weit hergeholt scheint: die Ehe ist kaputt, weil er keine Zeit mehr hat für seine Frau, die Kinder kennen den Vater nur noch vom Hörensagen. Freunde hat er schon lange keine mehr. Mit Medikamenten puscht er seinen Körper zu immer mehr Leistung. Manchmal bohrt sich eine leise Stimme in seinen Schädel: Warum das alles? Dann aber säuft er, bis er sie nicht mehr hört. Die Jahre vergehen, das Vermögen wächst. Dann ist es geschafft: die Millionen liegen auf der hohen Kante. Am Abend macht er sich’s in seinem wunderschönen Haus auf dem Sofa bequem, öffnet den Champagner. Er ist zwar allein. Seine Familie hat ihn längst verlassen hat. Macht nichts. Er hat genug Geld, um sich jede Frau kaufen zu können. Er hebt das Glas, prostet sich selber zu und sagt: Du hast es geschafft, iss und trink, jetzt fängt das Leben an.

Da sitzt jemand neben ihm auf dem Sofa, schaut ihn an und sagt: Du Idiot, heute Nacht wirst du sterben. Nichts hast du von deinem Leben gehabt bei all deiner Schufterei. Und über dein Vermögen freuen sich die Erben.

Dumm gelaufen.

Was wäre dagegen klug? Die Antwort ist eigentlich so einfach, dass jeder darauf kommt. Klug sein, heißt leben. Jetzt. Jeden Tag geben und nehmen, was dran ist. Nichts verschieben auf Morgen, sich nicht vertrösten oder vertrösten lassen auf Übermorgen oder den St. Nimmerleinstag. Natürlich muss man auch planen, die Zukunft im Blick haben, vorsorgen. Aber die Tugend der Klugheit sagt: die Balance muss stimmen. Vor lauter Zukunft darfst du die Gegenwart nicht vergessen, vor lauter schuften nicht das Vergnügen, vor lauter Kummer nicht die Freude. Die Arbeit darf dich und deine Familie nicht auffressen, deine Karrierewünsche nicht die Beziehungen zu deinen Kindern aufs Spiel setzen.

Das liegt doch alles eigentlich auf der Hand.

Einen Tag voller kluger Entscheidungen wünscht Ihnen Pfarrer Gerd Höft aus Düsseldorf.

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