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Kirche in WDR 2 | 10.12.2013 | 05:55 Uhr

Die Uhr tickt

Können Sie mir mal sagen, wie spät es ist? Ja, kurz vor sechs! Und nicht nur das, ich kann ihnen auch sagen, dass ich noch ca. 40 Jahre, 346 Tage, 3 Stunden, 23 Min. und 15 Sekunden zu leben habe ….

Ab dem Frühjahr 2014 können sie das wirklich auf ihrer Uhr ablesen. Wenn sie wollen. Ein junger Schwede hatte die Geschäftsidee. Er hat eine Uhr erfunden, die die noch verbleibende Lebenszeit des Trägers zeigt. Das Sterbedatum errechnet die Todesuhr, indem sie vorher mit Daten aus einem Fragebogen gefüttert wird.

Allgemeine Fragen zur Gesundheit, zu den Gewohnheiten und den Lebensumständen. Klar, dass ganze ist natürlich medizinisch fragwürdig. Aber darum geht’s den Machern auch gar nicht. Die Uhr soll daran erinnern, dass das Leben kurz ist und dass man seine Zeit besser sinnvoll nutzt.

Triff die richtigen Entscheidungen, heißt es im Promotionvideo …Ärgern oder Vergeben? – Tick Tack – Traurig schauen oder lächeln? Tick Tack – Glücklich oder unglücklich sein? Tick Tack …

Nun könnte man das ganze ja als Schnapsidee abtun und denken: Die/das kauft sowieso keiner, Erfindung hin oder her. Aber das Stimmt nicht. Der Erfinder hat über eine Projektfinanzierungsplattform im Internet knapp 100.000 US-Dollar gesammelt und es soll bereits mehrere tausend Vorbestellungen für diese Uhren geben. Und zwar nicht nur von Jugendlichen oder Erwachsenen, sondern auch von Rentnern.

Einerseits ist das schon faszinierend. Ich meine, kürzer oder länger wird unsere Lebenserwartung dadurch ja sowieso nicht. Und so mancher Typ Mensch wird durch so einen Blick auf die Uhr wirklich motiviert, dass Leben sinnvoller zu nutzen, den Tag zu genießen, die Eltern mal wieder zu besuchen oder mit den Kindern endlich mal die Ritterburg im fertig zu bauen.

Andererseits ist es auch echt gruselig. Wenn die Lebenssekunden so runter ticken! Und zwar so richtig schwarz auf weiß. Tick Tack … Ich wäre, glaube ich, eher der Typ der ständig und mit Schweißperlen auf der Stirn auf die Uhr starren würde und völlig gelähmt wäre. Mist, schon wieder eine Stunde rum. Du musst die Zeit jetzt aber wirklich sinnvoller nutzen. Ich würde völlig verkrampfen und keinen klaren Gedanken mehr fassen können.

Also: Sterben müssen wir alle! Und das Sterbedatum berechnen kann niemand zu 100 Prozent, ob mit Uhr oder ohne. Diese skurrile Erfindung hat mich aber daran erinnert, dass Zeit eine kostbare Ressource ist. Ähnlich wie Erdöl oder Wasser. Und diese Ressource habe ich geschenkt bekommen. Von Gott. Und er möchte, dass es mir in dieser Zeit gut geht. Und er möchte, dass ich mit meiner Zeit verantwortlich umgehe. Wobei es ihm da jetzt nicht auf die Minute ankommt, denke ich. Und er auch nicht mit der Stoppuhr da steht und sagt: Ah, schon wieder mal zwölf Stunden sinnlos verpennt, Daniel Schneider.

Nein, es geht um die grundsätzliche Verantwortung und die Frage: Wo kann ich Zeit investieren, die mir gut tut, die anderen gut tut, die anderen hilft und die etwas besser macht?

Denn: Weil ich davon ausgehe, dass Gott alle Menschen geschaffen hat, kann ich mir vorstellen, dass er ein großes Interesse daran hat, dass wir einander unter die Arme greifen. Egal ob mit Uhr am Arm oder ohne.

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