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Kirche in WDR 4 | 08.09.2014 | 08:55 Uhr

Die Welt im Krieg

Was hat die Menschheit auf ihrem Weg durch die Geschichte eigentlich gelernt?

Manchmal reibe ich mir bei der Zeitungslektüre erstaunt die Augen. Der Zustand der Welt ist erschreckend: In vielen Regionen der Welt tobt Krieg, in anderen herrschen Vertreibung und Terror.

Guten Morgen!

Es kann einem schon die Frühstückslaune verderben, wenn man sieht, wo überall derzeit die Erde brennt: Im Nordirak und Syrien schafft die Terrororganisation „Islamischer Staat“ durch ihr bestialisches Morden Angst und Schrecken. In Israel und Gaza herrscht die Gewalt. Aus Libyen, Mali und Nigeria werden uns Bilder des Schreckens übermittelt: Menschen auf der Flucht, nahe dem Hungertod, brutalster Gewalt ausgesetzt. Die Bürgerkriege auf dem afrikanischen Kontinent kommen an kein Ende. Von Afghanistan ganz zu schweigen und im Osten Europas braut sich in den Stellungskämpfen um die Ostukraine ein Krieg direkt vor der Haustür der EU zusammen.

Kriege stürzen Staaten, Regime und Menschen ins Chaos, sie bringen unermessliches Leid und Tod. Mich macht das hilflos, ja ohnmächtig. Zugleich weiss ich: Wegschauen geht nicht in dieser einen und globalisierten Welt: weder moralisch, noch politisch.

Papst Franziskus hat Christen in aller Welt dazu aufgerufen, für den Frieden zu beten: "Gewalt besiegt man nie mit Gewalt. Gewalt besiegt man mit dem Frieden! Beten wir in Stille und bitten wir um den Frieden", so der Papst.

Viele Christen folgen diesem Aufruf und beten in diesen Tagen um den Frieden. Sie erklären sich demonstrativ solidarisch, mit denen, die unter Krieg, Verfolgung und Terror leiden. Aber Beten ersetzt nicht das Handeln. Kirchliche Hilfswerke beteiligen sich tatkräftig an humanitären Sofortmaßnahmen. Erste Schritte zur Linderung der größten Not!

Es ist nicht leicht, das Ringen um den Frieden in der Welt in eine praktische Politik umzusetzen. Wer politische Verantwortung trägt, steht vor ethisch schwierigen Fragen: Was tun, wenn der Schutz der Zivilbevölkerung angesichts schwerer Menschenrechtsverletzungen oder gar eines drohenden Völkermordes ein Eingreifen verlangt? Ist der Einsatz militärischer Gewalt zu rechtfertigen? Sind Waffenlieferungen in Krisen- und Kriegsgebiete verantwortbar oder vielleicht kurzsichtig, weil der Gebrauch der Waffen nicht kontrollierbar ist? Schwierige Fragen!

Ich begrüße es, dass in Deutschland eine neue Debatte um sehr grundsätzliche außen- und sicherheitspolitische Fragen begonnen hat. Deutschland und Europa stehen hier in einer Verantwortung – wir sind nicht die Insel der Seligen, auch wenn es hier bei uns friedlich zugeht. Von unseren Politikern wird derzeit gefordert, dass sie Position beziehen und handeln. Und dabei bedarf es nicht nur der Bereitschaft, humanitär zu helfen und notfalls auch militärisch einzugreifen, sondern es bedarf friedenspolitischer Phantasie und überzeugender politischer Strategien.

Diese Debatte wird kontrovers geführt – und auch unter Christen; verbindend bleibt der Auftrag, Frieden zu stiften. „Selig sind die, die Frieden stiften!“ Dass Krieg als Mittel der Politik in unserer Welt wieder hoffähig wird, damit dürfen wir uns nicht abfinden!

Aus Essen grüßt Sie Markus Potthoff

Copyright Vorschaubild: Jinterwas CCBY 2.0 flickr

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