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Kirche in WDR 2 | 02.01. 2019 | 05:55 Uhr

Die Zukunft ist digital

Gegen Ende des Jahres hören wir vermehrt Kommentare über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Die Zukunft ist digital, so heißt es. Die Wirtschaft redet bereits von einer „Industrie 4.0“. Ohne Frage: Die digitale Revolution“ verändert unseren Alltag, unser Denken und unser Gefühlsleben.

Warum ist die Digitalisierung so erfolgreich? Weil Informationen auf Zahlen reduziert werden. Dadurch lassen sich bestimmte Inhalte besser archivieren und schneller teilen. So weit so gut.

Die Natur funktioniert allerdings weiterhin nur analog. Das Lied eines Vogels erreicht mein Ohr durch die Übertragung ganz vieler Frequenzen - auch solcher, die mein Ohr vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen kann. Wenn wir das Lied mit dem Smartphone aufnehmen und per WhatsApp verschicken, hören wir einen Vogel, der singt. Aber ganz viele Frequenzen werden herausgefiltert, damit die „Datenübertragung“ seines Liedes überhaupt möglich ist.

Eine digital reduzierte Welt beschleunigt zwar die Informationsübertragung. Es geht aber Wesentliches verloren. Ich befürchte eine eigenartig wachsende Kälte in unserer Gesellschaft, zwischen uns. Manche Menschen pflegen mittlerweile ihre Freundschaften und Beziehungen weitgehend über eine „digitalisierte Kommunikation“. Dabei fehlen allerdings „Dimensionen“. So wie Liebe auch nur analog, mehrdimensional und ganzheitlich geht. Selbst 3D reicht nicht aus, um Liebe zu leben. Wir brauchen in Zukunft auch keine Reduzierung an Liebe.

Die digitalisierte Welt ist nicht die eigentliche. Die Zukunft ist auch nicht digital. Und mit „Revolution“ hat dies schon gar nichts zu tun. Digitalisierung verändert nichts an bestehenden Machtverhältnissen. Im Gegenteil.

Es wäre noch mal spannend, bei der Frage nach Zukunft die ausbaufähigen Möglichkeiten der „analogen Welt“ heraus zu stellen: mehr Wärme, die Mehrdimensionalität an Begegnung, den Gesang eines Vogels, die Entschleunigung unseres Alltags. Eigentlich müssten wir bei der Inflation an Daten, Informationen, Bildern, Wortfetzen heute eine Haltung einüben, die Sinnlichkeit und Sinn mehr Raum gibt. Statt einer Reduzierung von Leben: Liebe eben.

Im Vaterunser beten wir: „Dein Reich komme“. Besser ist vielleicht die Übersetzung: „deine Zukunft komme“. Eine solche Haltung, eine solche Weltsicht ist weniger anfällig für alle Heilsversprechungen der Wirtschaft und der Politik. Es könnte sich unter uns eine größere Gelassenheit und Ruhe ausbreiten.

Ich wünsche Ihnen im neuen Jahr wunderschöne analoge, sinnliche Begegnungen und Erfahrungen!

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