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Kirche in WDR 5 | 22.09.2018 | 06:55 Uhr

Dunkles in uns

Sieben Schuljahre, sieben Bücher: J.K. Rowling hat mit ihrer Erzählung von Harry Potter ein eigenes Universum geschaffen, in das die Leser immer mehr eintauchen. Grundkonflikt ist der Kampf zwischen Gut und Böse. Und je älter Harry und seine Freunde werden, umso mehr wird die innere Entwicklung mit einbezogen. Am Anfang ist es ganz klar: da gibt es die Gruppe der Guten, die sich für das Leben, das Helle, das Licht einsetzen. Zu ihnen gehören Harrys Eltern und die Familien seiner Freunde. Dazu gehören die Lehrer von Hogwarts, der Schule für Zauberei, mit ihrem Schulleiter Dumbledore. Und auf der anderen Seite steht der böse Zauberer Voldemort mit seinen Anhängern, die zu Beginn entweder im Zaubereigefängnis Askaban sitzen oder verdeckt ihr Leben führen. Doch mit der Rückkehr des bösen Zauberers bricht die Gruppe der Guten auseinander. Da gibt es nach wie vor diejenigen, die wie zuvor für das Leben und die Werte des Lebens eintreten. Dann gibt es diejenigen, die zwar zu den Guten gehören wollen, die aber nicht akzeptieren können, dass Voldemort seine Macht zurückerlangt. Sie kämpfen gegen die anderen Guten. Die Grenze zwischen Gut und Böse wird nach außen immer verschwommener, obwohl sie innerlich klar ist. Im Letzten Band dann kommt es zum großen Kampf zwischen den Anhängern des Guten und denen des Bösen. Da geschieht eine letzte Klärung: Es gibt nicht nur das Böse schlechthin, es gibt auch Anteile in Harry, die zu diesem Bösen gehören. Und die Liebe zu seinen Freunden zwingt ihn zum Handeln. Ohne eine andere Waffe als seine Liebe und Treue zu seinen Freunden stellt er sich dem dunklen Lord. Er riskiert sein Leben, um das Sterben und Morden durch die dunklen Mächte zu beenden. In diesem Akt der Hingabe lässt Harry dieses Dunkle in ihm selbst los und lässt es sterben. Diese Klarheit der Liebe in ihm entscheidet am Ende den Kampf und verleiht dem Guten den Sieg.

Selbst die jungen Leser von Harry Potter merken: Jeder von uns hat beides in sich. Das Gute und das Böse. So überliefert es auch die Geschichte der alten Indianerin, die ihrer Enkelin am Lagerfeuer erzählt: „In jedem von uns lebt ein weißer und ein schwarzer Wolf. Beide kämpfen miteinander. Der schwarze Wolf steht für die Gefühle, die uns klein und hartherzig werden lassen. Der weiße Wolf hingegen steht für die Emotionen, die uns großzügig und großartig werden lassen: Güte, Liebe, Mitgefühl und Frieden.“, so erzählt es die Indianerin bildhaft. Die Enkelin hakt nach und fragt: „Wenn die beiden Wölfe in uns miteinander kämpfen… welcher von den beiden Wölfen gewinnt denn?!“

Die Alte überlegt einen Moment und sagt schließlich: „Es gewinnt der Wolf, den du nährst.“

Mir leuchtet das ein, das Bild der beiden Wölfe. Aber: Nicht immer ist klar, welcher Wolf gerade die Oberhand hat. Bei mir nicht – und auch nicht bei anderen. Zu sehen, was genau welchen dieser Wölfe nährt, das braucht einen klaren Blick. Äußere Klarheit hat mit unserer eigenen inneren Klarheit zu tun. Haben wir den Mut, uns zu uns selbst zu stellen und die richtige Seite in uns zu stärken und zu nähren.

Ein gutes Wochenende wünscht Ihnen Sr. Ancilla Röttger von den Klarissen am Dom aus Münster

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