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Kirche in WDR 2 | 07.09.2015 | 05:55 Uhr

„E-Bikes“

Morgens bin ich immer spät dran. Bis sieben läuft noch alles perfekt, aber die letzten Minuten – kurz bevor ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahre: Die sind jeden Tag ganz plötzlich rum und die Zeit wird knapp.

Kaum auf dem Fahrrad muss ich ganz schön in die Pedale treten. Inzwischen habe ich die Fahrzeit auf fünf Minuten optimiert. Auf der Strecke gibt es zwei Ampeln. Bei beiden weiß ich genau, wann grün wird. Wie gesagt: ich bin immer spät dran.

Aber in den letzten Wochen war ich an der Ampel dann doch nicht die Schnellste: Da kam ein anderer noch schneller voran.

Kaum ist grün, ich trete voll in die Pedale, macht ein Mann neben mir das Gleiche – aber viel langsamer. Und: Er zieht mühelos an mir vorbei.

Ich gucke blöd und ärgere mich riesig. Wie macht der das?

Und dann sehe ich den Grund: ein kleiner Motor am Hinterrad!

Von E-Bike-Fahrern überholt werden: Das ist so was von frustrierend. Da strengst du dich an und strampelst dich ab. Und dann kommt einer, der spielerisch und scheinbar ohne jede Anstrengung an dir vorbeizieht.

An manchen Tagen setzt sich dieses Gefühl bei der Arbeit fort.

Unser Team hat eine Idee bis ins letzte Detail geplant und dann kommt der Einfall der anderen einfach besser beim Chef an. Oder jemand tüftelt monatelang an einem Projekt und dann wird fast das Gleiche einen Tick früher von einem anderen veröffentlicht.

Die Arbeit war völlig umsonst – zumindest fühlt es sich erstmal so an. Für die Tonne sozusagen. Genau wie beim E-Bike-Fahrer denke ich: Der hat sich doch gar nicht so sehr angestrengt wie ich! Spielerisch überholt werden – das nervt.

Denn ich habe mein Bestes gegeben – beim Anfahren an der Ampel und jeden Tag bei der Arbeit. Aber warum überhaupt anstrengen, wenn ich dann doch überholt werde?

Ein Gedanke hilft mir: Offensichtlich hat der andere einen starken Motor. Das muss ich dann vielleicht einfach neidlos anerkennen.

Ich habe auch einen Motor, der mich handeln lässt. Und der ist ganz einfach: Ich liebe das, was ich tue. Und ob ich dabei die Schnellste im Ziel bin, ist eigentlich egal. Denn: Ich bin kein E-Bike.

Copyright Vorschaubild: Comrade Foot CCBY-SA 2.0 flickr

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