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Kirche in WDR 2 | 28.04.2014 | 05:55 Uhr

Ehescheidung: Wir haben fertig

In einem Jahr - im Wonnemonat Mai - findet in Dortmund die erste Scheidungsmesse Deutschlands statt. Sie trägt den Titel „Neustarten“. Der Besuch ist unentgeltlich, unverbindlich und anonym. Die Messestände decken ein weites Themenspektrum ab. Auf der weitläufigen Ausstellungsfläche haben Besucher die Möglichkeit, sich über Ehe- und Scheidungsrecht, Mediatoren-Angebote und zu Alimente-Fragen zu informieren. Firmen bieten Vaterschaftstests an und eine Detektei, Observationen. Angebote für einen Erholungsurlaub, Speed-Dating, ein neue Frisur und Versicherungsangebote werden in der Messehalle ebenfalls zu finden sein.

Das Wort „Scheidungsmesse“ hat einen ähnlich niedrigen „Wohfühlfaktor“ wie Beerdigungsinstitut. Natürlich sind Taufen viel schöner als Beerdigungen und Hochzeiten viel schöner als Scheidungen, aber alles gehört zu unserem Leben und ist nicht wegzubekommen.

Trennungen sind schmerzhaft und beschwören in den meisten Fällen eine Krise herauf. Es ist eine Situation, in der das Leben feindlich, dunkel und unübersichtlich scheint. Es ist ein Übergang, in dem das Vertraute nicht mehr gilt und das Neue noch nicht erkennbar ist. Wenn die große Hoffnung "bis dass der Tod uns scheidet" wie ein Kartenhaus zusammenfällt, verursacht das große Schmerzen, viel Wut und oft eine große Portion Schuldgefühle. Selbst wenn man aktiv an dem Einsturz beteiligt war, ist es ein Drama und löst eine Krise aus. Manche fühlen sich von Gott und der Welt allein gelassen.

In dieser Situation braucht man Weggefährten, die einem helfen, dem Leben eine neue Richtung zu geben und wieder einen Zugang zu den eigenen Ressourcen zu finden.

Ein Scheidungsritual in der Kirche kann ein hilfreiches Angebot in dieser schwierigen Situation sein. Das Bedürfnis von uns Menschen nach rituellen Handlungen ist in dramatischen Situationen besonders groß.

In der Schweiz wird ein solches Ritual längst praktiziert. Die Erfahrungen zeigen, dass dieses Ritual die Gefühle positiv verändert und zur Heilung der Betroffenen beiträgt. Die angespannte Situation unter der das Paar und ihre Kinder oft leiden, entspannt sich. Der Akt vor dem Altar sorgt für einen stressreduzierten Zustand, die Unsicherheit, Wut und Trauer weichen der Hoffnung und der Akzeptanz. Zu dem Ritual gehört es, dass man sich den Ehering zurückgibt, Rückschau hält, sich dann die Hand reicht, dankt, verzeiht und einander schließlich loslässt. Am Schluss wird das Paar für den neuen Lebensabschnitt gesegnet und verlässt aus verschiedenen Türen die Kirche.

Menschen die an Weggablungen ihres Lebens stehen und Umbrüche erleben, brauchen Unterstützung und keine moralische Verurteilung. Sie brauchen Menschen an ihrer Seite, die sie liebevoll und geduldig durch die schwierigen wie bedeutsamen Veränderungen begleiten. Was sie nicht brauchen sind kluge Sprüche, wie man es hätte vermeiden können oder die Mitteilung, dass es die Freunde haben kommen sehen. Die Unterstützung ist eine Aufgabe für Familienmitglieder, Freunde wie die Kirche. Eine Trennung oder Scheidung ist von der Wirkung vergleichbar mit einem Todesfall oder einem anderen schweren Verlust. Lassen wir damit keinen Menschen allein. Gott tut es sowieso nicht.

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