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Kirche in WDR 2 | 15.08.2016 | 05:55 Uhr

Eigenlob

Eigenlob stinkt. Einer der bescheuertsten Sätze, die ich kenne. Eigenlob stinkt. Sagt man doch so, wenn jemand etwas gut oder vielleicht sogar außergewöhnlich gut kann oder macht. Und sein Licht nicht unter den Scheffel stellt, wie es in der Bibel heißt, sondern auf einen Leuchter. Also sein Licht leuchten lässt, so, dass man es sehen kann, gut sehen kann. Aber: Eigenlob stinkt. Nach dem Motto, wer sich selbst lobt, ist ein Angeber. Mindestens.

Ja, ja. Klar. Angeber gibt es auch. Genügend. Und die nerven, wenn sie anfangen Heldengeschichten zu erzählen. Hauptsache, sie haben es wieder super gemacht. Super im Job, super im Sport, überhaupt super, super, super. Also – das ist jetzt nicht gemeint mit: Eigenlob.

Ich finde Eigenlob hervorragend. Ich finde es ausgesprochen angenehm, wenn sich ein Mitmensch loben kann. Loben ist etwas anderes als Angeben. Biblisch gesehen liegen loben und danken immer nahe beieinander. Und so ist es auch gemeint. Eigenlob in der Haltung von Dankbarkeit. Denn schließlich hat sich ja keiner selbst gemacht. Das heißt doch: Loben kann ich mich immer nur, weil es Andere gab, die mich lobten. Oder die an mich glaubten, die mir etwas zutrauten.

Das, wofür ich mich lobe, ist in der Regel ja Folge von Beziehung. Auch der 100m Sprinter hat einen Trainer, die Star-Pianistin eine Lehrerin. Das macht die Eigenleistung nicht kleiner oder hebt sie auf, aber es bettet sie ein. So verstehe ich Jesu Rede in der Bergpredigt: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berg liegt nicht verborgen sein.“ Sagt Jesus. Und: „Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Hocker, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen die im Hause sind. So lasst eurer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Eigenlob stinkt? Also christlich gehört, klingt da eher ein Auftrag. Leuchtet. Lobt, was ihr zu loben habt. Macht euch nicht klein. Es ist ja so: Wenn ich mich im Eigenlob bremse, liegt das in der Regel an einem Gedanken: Was denken jetzt die Anderen? Und: Vielleicht wird einer neidisch? Andererseits: Hilft es jemanden, wenn ich mich kleiner mache, als ich im Moment bin? Wohl eher nicht. Ob Jesus das wirklich ernst gemeint hat? Mit dem Licht auf den Leuchter, dem eigenen Licht, versteht sich? Na klar. Zum Lobe Gottes. Denn von ihm kommt alles.

Das ich damit indirekt – also einfach durch mein Beispiel – meinen Mitmenschen die Erlaubnis für ihr Eigenlob gebe, ist dabei – nach meinem Glauben – ganz im Sinne des Herrn. Angeberei und nix dahinter stinkt – Eigenlob nicht.

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