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Kirche in WDR 5 | 05.06.2014 | 06:55 Uhr

Ein echter Freund

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

„Mein bester Freund“, so heißt ein französischer Film aus dem Jahr 2007. Es geht darin um einen Geschäftsmann, der eine etwas fragwürdige Wette eingeht: 2 Wo-chen hat er Zeit seiner Geschäftspartnerin seinen besten Freund zu präsentieren. Aber: Es stellt sich heraus, dass er keinen Freund hat, zudem – das wird im Verlauf des Films immer deutlicher – ist er ein ziemliches Ekelpaket. Niemand hat ihn gerne zum Freund.

Keinen Freund zu haben, das ist eine bedrückende Vorstellung. Stellen Sie sich vor, es gibt niemanden auf der Welt, den Sie mögen und der Sie mag. Wäre das nicht die Hölle auf Erden? Wir Menschen sind so geschaffen, dass wir uns selbst nicht genügen. Wir genügen uns sozusagen in vertikaler Richtung nicht und suchen nach dem ganz Anderen. Ein gläubiger Mensch nennt das die Suche, nach Gott. Aber wir genügen uns auch auf horizontaler Ebene nicht. Wir sind auf Freundschaft angewiesen, auf ein Du, auf das wir uns verlassen können. Haben Sie einen solchen Freund, eine solche Freundin, eine Person, auf die Sie sich verlassen können? In dem Film „Mein bester Freund“ heißt es: „Ein Freund ist der, den du auch nachts um 3 Uhr noch anrufen kannst.“

Was macht uns eine solche Freundschaft schwer? Am meisten stehen wir uns hier wohl selbst im Weg. Mein „Ich“ plustert sich gerne allzu wichtig auf.

Und dieses Ich verführt mich dazu, mit Menschen solange Kontakt zu halten und zu pflegen, wie sie mir nützen. Bei vielen sogenannten Geschäftsfreunden ist dies der Fall. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, nur ist dies nicht wirklich Freundschaft. Freundschaft meint etwas zweckfreies, eben das Zueinanderstehen, wenn ich nichts davon habe. Dann erst bewährt sich echte Freundschaft. Es geht mir um einen anderen Menschen, und zwar um seiner selbst willen und umgekehrt. Denn echte Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit.

Freundschaft sagt: „Ja, es ist gut, dass du da bist. Und zwar ist dies an sich gut und nicht nur für mich.“ Diese Art von Freundschaft beginnt mit echtem Interesse! Wer ist die Person? Was bewegt sie? Was erfreut und bedrückt sie? Aus diesem Interesse erwächst dann ganz selbstverständlich die Bereitschaft zum Zu- und Hinhören.

Dass solche Freundschaften keine Selbstläufer sind liegt auf der Hand, sie fordern mich, und das ist nicht immer so leicht. Denn wir leben in einer Zeit, die immer hektischer und schnelllebiger wird. Manchmal haben wir so viel um die Ohren, dass kaum Luft scheint für andere. So vernachlässige ich Freundschaften und verliere Menschen, für die ich mich interessiere, und die sich für mich interessieren.

Im Film „Mein bester Freund“ hat es der Hauptdarsteller am Ende begriffen, dass er keinen Freund hat, weil er sich für niemanden wirklich interessiert. Und als er das begriffen hat, findet er einen wirklichen Freund.

Und so endet der Film mit einem vergnügten Spaziergang der beiden Freunde, bei dem sie miteinander lachen, einander zuhören und einander teilgeben an ihrem Leben. Eigentlich ist Freundschaft ganz einfach, sie beginnt in meinem Kopf – und in meinem Herzen.

Kommen Sie gut in den Tag, Ihr Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln.

(Copyright Vorschaubild: riamedia Public Domain CCO Pixabay)

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