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Hörmal | 28.09.2014 | 07:45 Uhr

Ein Mailänder in Köln

Ein Mailänder in Köln

Stichwort Rivalitäten: aus dem Fußball kennt man das ja. Als gebürtiger Gladbacher, der jetzt in Köln lebt, habe ich das gerade am letzten Sonntag beim Rhein-Derby erlebt. Aber Rivalitäten zwischen katholischen Bischofssitzen? Gibt es natürlich auch – und am heutigen Tag wird eine uralte Rivalität quasi befriedet, wenn man so will.

Es geht auch um Köln – aber jetzt heißt der Rivale Mailand. Das Erzbistum Mailand gilt - als eines der bedeutendsten Bistümer der katholischen Welt. Als einziges katholisches Bistum haben die sich sogar eine eigene Art bewahrt, ihren Gottesdienst zu feiern, schlicht, weil ihr Messritus sehr alt ist, sogar älter ist als der aus Rom.

Und Köln, ja Köln war im Mittelalter neben Rom und Jerusalem die Stadt, die sich mit dem Ehrentitel „heilig“ schmücken durfte. Das „Heilige Köln“ kommt aber nicht von ungefähr: Das hat etwas mit dem Ereignis zu tun, das vor genau 850 Jahren stattfand. Damals kamen die Gebeine der sogenannten „Heiligen Drei Könige“ nach Köln. Und sie kamen als Kriegsbeute aus – na woher wohl? Aus Mailand!

Der damalige Erzbischof von Köln, Reinald von Dassel hatte sie nach einer Schlacht an der Seite von Kaiser Barbarossa schlichtweg mitgehen lassen. Eine Chronik aus der damaligen Zeit beschreibt das so:

„Nach dem freudenreichen Siege über Mailand kehrte er zurück, nachdem er vom Kaiser die kostbarsten Geschenke erhalten hatte, nämlich die Gebeine der Weisen, die den Herrn in seiner Kindheit verehrten(…). Mit diesen hochberühmten Geschenken zog er (…) in Köln ein und wurde ruhmvoll und glänzend empfangen um der Reliquien willen, die er zum ewigen Ruhme Deutschlands nach Köln brachte.“, soweit die historische Chronik von vor 850 Jahren.

Die Kölner waren auf den Besitz dieser drei legendären Könige so stolz, dass sie nicht nur die drei Kronen in ihr Wappen aufnahmen, sie ließen für die Gebeine den größten und kostbarsten Goldschrein des Mittelalters anfertigen. Und nicht zuletzt geht der Bau des Kölner Doms, Deutschlands Ausflugsziel Nr. 1 darauf zurück, dass Köln binnen kürzester Zeit zu einer der wichtigsten Wallfahrtstätten Europas wurde. Übrigens: Noch heute zeugen die Namen von traditionellen Gaststätten wie „Zur Krone“ oder auch „zum Mohren“ von den Pilgerherbergen, die im ganzen Reichsgebiet auf dem Weg nach Köln gebaut wurden. Immerhin soll einer der Heiligen Drei Könige aus Afrika gekommen sein.

Kurz: Köln hatte sich spätestens mithilfe der Heiligen Drei Könige in die „Champions League“ der katholischen Bistümer der Welt hochgespielt. Und die Mailänder waren darauf sauer, irgendwie ja auch zu Recht.

Heute endet im Kölner Dom die Domwallfahrt, die es seit dem Weltjugendtag 2005 gibt. Und sie steht in der Tradition der Jahrhunderte alten Wallfahrt zu den Heiligen Drei Königen. Und zum allerersten Mal nimmt heute auch der Erzbischof von Mailand daran Teil. 850 Jahre hat es dafür gebraucht. Und wenn Sie das noch miterleben wollen; und wenn Sie den Dreikönigsschrein mal geöffnet sehen wollen mit den drei bekrönten Schädeln, dann empfehle ich Ihnen, die Beine in die Hand zu nehmen, zum Kölner Dom zu fahren und mitzufeiern. Wer weiß: vielleicht müssen die Kölner wieder 850 Jahre warten, bis sich der Mailänder Erzbischof hier blicken lässt?

Copyright Vorschaubild: pfarrgemeinderat.wordpress.com

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