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Kirche in WDR 4 | 16.07.2014 | 08:55 Uhr

Ein Mensch, der das Leben liebt?

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer,

Ich habe gehört, dass diese Frage jedem gestellt wird, der in ein Kloster der Benediktiner eintreten möchte. Die Mönche stellen sie, weil sie so ähnlich in der Regel ihres Ordensgründers Benedikt aus dem Jahr 529 steht. Und so pauschal sie vielleicht zunächst klingt: Diese Frage ist zeitlos und ich finde eigentlich, dass sich das jeder Mensch einmal gefragt haben sollte.

Ein großes Wort – das Leben lieben. Vermutlich ist es Tag für Tag mit oft ganz kleiner Münze einzulösen. Der Heilige Benedikt stellt die Frage im Prolog, in der Vorrede seiner Regel. Sie richtet sich also an jeden und jede, der diese Regel liest. Und noch heute klingt es, als sei sie persönlich an einen gestellt.

Sprecher:

„Und der Herr sucht in der Volksmenge … einen Arbeiter für sich und sagt wieder: ‚Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?’ Wenn du antwortest: ,Ich’, dann sagt Gott zu dir: ,Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach!’“ (RB Prol. 15-19)

Ich finde, diese Verse beschreiben über die Jahrhunderte hinweg anschaulich, was es heißt, das Leben zu lieben und was es heißt, gute Tage zu sehen. Wenn ich das Leben lieben und gute Tage sehen möchte, dann wird mir eine bestimmte Haltung helfen, dass dies gelingen kann. Und was ist diese Haltung? Im Geiste der Benediktsregel besteht sie in einer sehr wachen Aufmerksamkeit. Spirituelles Leben ist nicht in erster Linie Askese. Spirituelles Leben ist in erster Linie ein hohes Maß an Aufmerksamkeit: Aufmerksamkeit für Gott und Aufmerksamkeit für das Gute im Anderen. Was diese Aufmerksamkeit ausmacht, hat die Benediktinerin Aquinata Böckmann so zum Ausdruck gebracht:

Sprecherin:

„So stelle ich mir Benedikt vor: Mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehend, mit offenen Ohren nach allen Richtungen horchend, mit durchdringenden, gütigen Augen, die tiefer als die Oberfläche sehen und in allem Christus entdecken, mit ausgestreckten Armen zu den so verschiedenen Brüdern und zu allen Menschen, besonders zu den Notleidenden hin, vor allem aber mit einem weiten Herzen, in dem Christus wohnt.“

Liebe Hörerinnen und Hörer! Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht? Vielleicht fühlen Sie sich heute von dieser Frage angesprochen. Und antworten persönlich darauf. Ich wünsche es Ihnen! Aus Paderborn grüßt Sie Domvikar Michael Bredeck.

1. Aquinata Böckmann OSB: Perspektiven der Regula Benedicti. Ein Kommentar zum Prolog und zu den Kapiteln 53,58,72 und 73. Münsterschwarzach 1986, 283.

Copyright Vorschaubild: wikipedia

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