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Kirche in WDR 5 | 28.02.2014 | 06:55 Uhr

Ein Rücktritt für das Geschichtsbuch

„Papst Benedikt XVI. hat für Ende des Monats seinen Rücktritt angekündigt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche gab seine Entscheidung während einer Karnevalsversammlung im Vatikan – pardon – während einer Kardinalsversammlung im Vatikan bekannt.“

Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer,

nein, Sie haben eben nicht die Nachrichten des Tages gehört. Das waren die WDR-Nachrichten von vor einem Jahr, genauer vom Rosenmontag. Vielleicht erinnern Sie sich. Mitten ins Karnevalstreiben in Köln und anderswo ereilte die Welt die Ankündigung von Papst Benedikt: Rücktritt. Als erster Papst der Neuzeit. „In voller Freiheit“, so sagte er damals, trat er als Bischof von Rom und Nachfolger auf dem Stuhl Petri zurück. Und heute vor einem Jahr, am 28. Februar, zwei Wochen nach seiner Ankündigung, hatte er ernst gemacht. Seitdem ist Joseph Ratzinger der „Papst Emeritus“.

Ich kann mich gut erinnern, wie ich am Morgen des Rosenmontags die Nachricht bekam, über facebook aus dem Vatikan:

Papst Benedikt wird zum Ende des Monats Februar aufgrund seines Alters und seiner nachlassenden Kräfte zurücktreten.

Ich war zum Einen völlig überrascht über diese Ankündigung; aber es war ein zweiter Gedanke sogleich präsent: dieser Schritt verdient Respekt, so dachte ich.

Ein Jahr ist seit dem Rücktritt von Papst Benedikt nun vergangen.

Viel ist über ihn geschrieben worden, über sein Pontifikat, über seine Erfolge und auch Misserfolge. Und so manch einer hat seinen Rücktritt nicht verstanden und konnte ihn auch nicht gutheißen. Ich empfinde auch noch ein Jahr danach vor allem Respekt vor diesem mutigen Schritt.

Und ich habe mich durch seinen Verzicht auf diese so machtvollen Position dem Amt des Papstes wieder etwas mehr angenähert.

Das Papstamt wird manchmal fast übernatürlich erhöht. Aber durch Benedikts freiwilligen Verzicht ist es für mich geerdeter, ja geradezu menschlicher geworden.

Ein solcher Rücktritt zeugt von großer Demut und macht deutlich, dass der Papst in erster Linie ein Amt des Dienstes innehat.

Da Benedikt das Dienen als Papst nicht mehr für möglich gehalten hat, hat er nicht an seinem Amt festgehalten, sondern hat es für einen Nachfolger zur Verfügung gestellt.

Damit hat Benedikt etwas vollzogen, was sein Vorgänger so nicht getan hat. Johannes Paul II. litt an der Parkinsonschen Krankheit. Die Symptome dieser Krankheit sind hauptsächlich motorischer Art: die Bewegungen verlangsamen sich, Muskeln werden immer steifer, Gehen wird zur Qual.

Die Bilder des leidenden und hinfälligen Papstes habe ich noch immer vor Augen.

Ich war lange Zeit der Auffassung, dass ein offensichtlich kranker,

aber doch im Amt bleibender Papst ein Zeichen dafür sei, dass auch ein alter Mensch nicht nur einfach ausgedient hat.

Aber ich habe damals Johannes Paul II. auch die Kraft gewünscht, selbst ein Zeichen zu setzen: selber auf sein Amt zu verzichten und sich selbst Ruhe zu gönnen.

Was Johannes Paul II. nicht vermocht hatte, ist nun von Benedikt vor einem Jahr durchgeführt worden: der Amtsverzicht.

Und: bereits 13 Tage nach dem Rücktritt Benedikts stand fest, wer als Papst folgen würde: Papst Franziskus.

Ja, dieser Papst Franziskus hat mittlerweile viel Neues gesagt und gezeigt.

Vielfach ist bereits betont worden, wo er sich von seinem Vorgänger unterscheidet.

Aber mit Blick auf den Rücktritt von Benedikt, liegt er in gewisser Weise auf einer Welle mit dem Nachfolger Franziskus.

Für beide gilt der Satz von Papst Johannes XXIII:

„Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!“

Ein guter Vorsatz für diesen Tag – und besonders für die Karnevalstage:

sich selbst nicht so wichtig nehmen!

Ihr Peter Krawczack aus Düsseldorf

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