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Hörmal | 11.10.2015 | 07:45 Uhr

Ein Tisch auf der EXPO

Ein Tisch auf der EXPO. Der hatte es mir angetan, als ich vor ein paar Wochen in Mailand war. In gut zwei Wochen schließt dort die Weltausstellung ihre Pforten. Knapp 20 Millionen Besucher werden dann die internationale Schau gesehen haben, an der 145 Länder beteiligt sind. Und allen ging es um das Thema Welternährung.

Antworten wurden gesucht auf die wohl schwierigste Frage der Menschheit: Wie kann die Weltbevölkerung in der nächsten Generation ernährt werden, wenn etwa 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden?

Ich bekam bei meinem Besuch viele Informationen, die mir zum Teil neu waren.

So wird jedes dritte produzierte Lebensmittel gar nicht gegessen. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verkommen jährlich bei der Massenproduktion und durch zu lange Transportwege. Das Hauptproblem ist nicht die zu geringe Produktion, sondern sind die Verteilung und auch die Essgewohnheiten. Von etwa 300.000 bekannten Pflanzenarten dienen gerade einmal 200 der Ernährung des Menschen – dabei wären etwa 50.000 weitere auch essbar. Es braucht also eigentlich nur mehr Mut und Kreativität – dann kann die Weltbevölkerung auch morgen ernährt werden. Mich haben diese Überlegungen angesichts der vielen Hungersnöte hoffnungsvoll gestimmt.

Und dann war da noch dieser Tisch, den ich auf der EXPO entdeckt hatte. Der brachte mich nämlich noch einmal auf einen ganz anderen Gedanken. Der Tisch war eine Kunst-Installation und er zeigte mir noch mal nachdrücklich: der Mensch lebt wirklich nicht vom Brot allein. Der Vatikan – auch der war auf der EXPO vertreten – hatte diesen langen Tisch in seinem Pavillon aufgestellt. Von oben wurden verschiedene Filme auf die Tischplatte projiziert, sobald man an ihn herantrat. Als ich an den Tisch trat, wurde plötzlich ein Spiel gespielt. Vor meinem Nachbarn neben mir wurde gezeichnet, vor dem anderen verhandelt. Und gegenüber wurde auf einmal eine Mahlzeit zubereitet, daneben gleich gegessen und wieder daneben getöpfert.

Was sich nicht alles am Tisch Tag für Tag abspielt?! Und wie viele verschiedene, gar fremde Menschen können an einem Tisch zusammenkommen und auf einmal in eine Beziehung treten. Alle an einem Tisch, mitten auf der EXPO: Der Tisch als das zentrale Möbel der Begegnung und des Austausches, als Ort der Kreativität und Produktivität. Wer sich an einen gemeinsamen Tisch setzt, den verbindet etwas! Mehr noch, der hat gemeinsame – oder auch gegenläufige – Interessen und sucht dennoch etwas zu gestalten – und zwar miteinander.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ – dieses Bibelzitat (Dtn 8,3 und Mt 4,4) war Titel des Vatikan-Pavillons. Und es ist gut und wichtig, dass dieser Satz vorkommt auf der Mailänder EXPO zur Welternährung. Denn: Bei allen Problemen der Ernährung der Menschen weltweit heute und morgen: Es geht immer auch noch um mehr als nur darum, satt zu werden – auch wenn das Sattwerden die Voraussetzung für alles andere ist. Es geht um Begegnung, Respekt und Verständigung, es geht um Kreativität, Entfaltung von Fähigkeiten, um Entwicklung und Frieden, eben um alles, was Menschen wirklich Mensch sein lässt. Dieser Tisch im Vatikanischen Pavillon ist ein Symbol für das weltweite Zusammenleben – und das kann eigentlich an jedem Tisch eingeübt und erfahren werden, nicht nur auf der EXPO. Man muss sich nur einmal zusammensetzen an einen Tisch.

Vgl: http://www.holysee.mammafotogramma.com/#riga

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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