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Kirche in WDR 3 | 19.07.2014 | 07:50 Uhr

Ein weites Herz

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Zuhörer,

Kennen Sie einen Menschen mit einem weiten Herzen? Ich denke da zum Beispiel an den Pfarrer, bei dem ich als Kaplan die ersten Schritte als Priester gehen durfte. Ich wusste, dass er sich immer die Zeit nahm, wenn ich etwas besprechen wollte. Dabei hat er ehrlich und zugleich zugewandt gesagt, was er dachte. Häufiger habe ich erlebt, dass es ihm spürbar Freude machte, Anderen etwas Gutes zu tun. Ich bin dafür sehr dankbar, denn ein solcher Mensch prägt.

Ein weites Herz und der Glaube an Gott sind wie zwei Seiten einer Medaille. Das jedenfalls war die Überzeugung des Heiligen Benedikt, der in seiner berühmten Ordensregel ziemlich am Anfang schreibt:

Sprecher:

„Wer aber … im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit.“

Weil der Weg mit Gott dynamisch ist und alle Lebensbereiche für diesen Weg bedeutsam sind, spricht die Regel auch Dinge an, die auf den ersten Blick sehr weltlich klingen, das Essen und Trinken zum Beispiel oder das gesunde Wirtschaften oder der Umgang mit Konflikten. Bei allen Dingen, die das tägliche Leben betreffen, ruft Benedikt zum richtigen Maß auf. Das ist so etwas wie ein Schlüssel zu einem weiten Herzen. Das rechte Maß finden – weder zu viel noch zu wenig. Weder rigoristisch noch laissez-faire. Die Regel des Heiligen Benedikt spiegelt sein weites Herz. Denn sie ist „ein spirituelles Buch und kein Gesetzbuch“, so Pater Anselm Grün, der vielleicht bekannteste Benediktiner im deutschen Sprachraum. Und immer am Wohl des Menschen und seinen Möglichkeiten orientiert. Noch einmal Pater Anselm Grün:

Sprecher:

„Benedikt ist frei vom moralisierenden Ton. … Benedikt glaubt an das Gute im Menschen, weil er sich selbst in seiner eigenen Abgründigkeit erkannt hat und in seiner ungeschminkten Wirklichkeit Gott erfahren hat als den, der alles in ihm verwandelt.“

Benedikt ist ein Realist, durch und durch. Er „versucht nicht, Menschen durch peinlich genaue Vorschriften auf Linie zu bringen. Er weiß nur zu gut, dass jeder Mensch einzigartig, aber keiner vollkommen ist…“

Martin Gutl hat ein Gedicht an den Heiligen Benedikt geschrieben, in dem sein weites Herz beschrieben wird:

Sprecher:

„Du hast den Menschen einen Weg gezeigt,

nach innen zu gehen

und, bereichert von innen,

nach außen zu wirken.

Was hat sich geändert am Wesen des Menschen?

Noch immer hungern wir nach dem richtigen Maß,

nach der Unterscheidung der Geister

und nach der Harmonie in uns und um uns.

Du weißt, was wir brauchen.

Nicht nur Wissenschaftler,

nicht nur Erfinder.

Wir brauchen Menschen,

die den Menschen wieder zu sich

und zu Gott führen. …

Dein Geist möge uns anregen,

das Letzte, das Wesentliche zu suchen

und nicht im Vorletzten uns so einzurichten,

als sei Gott längst tot.“

Liebe Hörerinnen und Hörer! Ich wünsche Ihnen, dass Sie Schritt für Schritt weiter kommen auf Ihrem persönlichen Weg hin zu einem „weiten Herzen“.

Aus Paderborn grüßt Sie Domvikar Michael Bredeck.

7. Anselm Grün: Benedikt von Nursia, 35.

8. Anselm Grün: Benedikt von Nursia, 36f.

9.ebd. 14.

Copyright Vorschaubild: geralt Public Domain CC0 Pixabay

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