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Sonntagskirche | 29.07.2018 | 08:55 Uhr

Ein Zug nach Manhatten

Guten Morgen!

„Es klingt wie ein Märchen, und trotzdem hat sich diese Geschichte (…) [im Jahr 1952 in New York so] zugetragen“ (1), mit diesen Worten leitet der damals 78jährige Heinz Rühmann den Fernsehfilm 'Ein Zug nach Manhattan‘ ein.

Rühmann spielt in diesem Film den jüdischen Kantor Leon Sternberger aus einem Vorort von New York, der über Nacht seinen Glauben an Gott verloren hat. Die Nichte des Kantors lässt den Synagogendiener Mosche Rosen kommen. Rosen versucht zu helfen, doch Kantor Sternberger verweist auf die Tageszeitung. Darin findet er nichts Erfreuliches mehr. Nur Unterdrückung, Mord, Hungersnöte und Kriege.

Schließlich rät der Synagogendiener dem Kantor, den berühmten Rabbi Markus in New York City aufzusuchen.

Kantor Sternberger macht sich auf den Weg. Am Bahnhof fragt er einen sympathischen Bahnhofsbeamten nach dem Zug und findet sich Minuten später im falschen wieder: Richtung Brooklyn.

Völlig irritiert eilt er durch den fast menschenleeren Zug und findet eine Frau, die sich gerade aus dem Fenster stürzen will. Sternberger kann sie retten und bringt sie in ihre Wohnung. Sie erzählt ihm, dass sie aus Utrecht kommt, und dass sie am 22. Dezember 1942 mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern ins KZ deportiert wurde. Die junge Frau weint und stöhnt: „Ach Gott, Gott!“

„Gott“, antwortet Kantor Sternberger, „Gott, meine liebe junge Frau. Es gibt keinen Gott!“

Wieder zu Hause möchte er sein Amt zur Verfügung zu stellen. Der ortsansässige Rabbi versucht alles, um Sternberger zum Bleiben zu bewegen. „Ich würde Gott nicht mehr erkennen“, sagt Sternberger, „wenn ich ihm auf der Straße begegnete!“

Der Rabbi zitiert sehr frei ein altes Prophetenwort: „Und du sollst ihn erkennen in den seltsamsten Kleidern und an den seltsamsten Orten.“

Der Rabbi verweist Leon Sternberger letztendlich erneut an den berühmten Rabbi Markus in New York City. So macht sich Sternberger zum zweiten Mal auf den Weg. Und wieder trifft er im Bahnhof auf denselben sympathischen Beamten, der ihn auch diesmal in den falschen Zug nach Brooklyn setzt. Wieder irrt Sternberger durch die fast menschenleeren Abteile und trifft auf einen jungen Mann aus Utrecht, der am 22. Dezember 1942 seine Frau und seine beiden Kinder ans KZ verloren hat.

Sternberger erinnert sich an die Begegnung mit der jungen Frau. An der nächsten Station steigen die beiden Männer aus und Sternberger bringt die Eheleute zusammen.

Anschließend fährt er zurück zu seinem Ausgangsbahnhof und sucht den freundlichen Beamten. Doch er trifft nur auf einen mürrischen Stationsvorsteher, der Sternberger versichert, dass er den ganzen Tag hier war und Dienst getan hat. Da erinnert sich der Kantor an das Prophetenwort: „Und du sollst ihn erkennen in den seltsamsten Kleidern und an den seltsamsten Orten!“

Am Abend betet Kantor Sternberger vor der jüdischen Gemeinde.

Heinz Rühmann sagte einem Reporter nach den Dreharbeiten zu diesem Film: „Verstehen Sie, dass ich diesen Film einfach machen musste? Er ist ja heute noch viel aktueller als damals, 1952. Es gibt Kriege. Menschen verhungern. Kinder werden entführt. Und immer mehr Menschen zweifeln an Gott. Ich glaube!“ (2)

(1)Filmzitate aus: Ein Zug nach Manhattan. Das ist ein deutsches Filmdrama des Regisseurs Rolf von Sydow aus dem Jahr 1981. Die Literaturverfilmung basiert auf der Geschichte Holiday Song des US-amerikanischen Schriftstellers Paddy Chayefsky. In der Hauptrolle verkörpert Heinz Rühmann den jüdischen Kantor Leon Sternberger, der seinen Glauben an Gott verliert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Zug_nach_Manhattan (letzter Abruf am 30.05.2018)

(2)Nach den Dreharbeiten sagte dies Heinz Rühmann zu dem Reporter Erik Ell.

Günter Klempnauer, „Mein Gott warum?“, Brockhaus Verlag Wuppertal 1988, Seite 17.

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