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Kirche in WDR 3 | 10.12.2014 | 07:50 Uhr

Eine tragende Rolle

Was wären die Advents- und Weihnachtszeit ohne Bilder? Sie müssen nicht goldgerahmt im Museum hängen. Wir tragen sie oft seit der Kindheit in uns. Jetzt werden wir an sie erinnert. Das bekannteste von allen hat Lukas gemalt. In der Weihnachtsgeschichte. Es ist sozusagen das Urbild von Weihnachten. Vielleicht werden Sie es in nächster Zeit, vor allem zu Weihnachten selbst, wieder staunend betrachten. Riskieren Sie doch heute Morgen schon einmal mit mir zusammen einen Blick darauf!

In der Mitte - das Kind in der Krippe. Aber halt, - wir tasten uns vom Rahmen her heran. Jn der Reihenfolge wie Lukas es auch gemalt hat. Dann erkennen wir im Bild links oben Rom, das Zentrum der Macht, Palast des Kaisers, Mittelpunkt der Weltmacht. „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, “ Im Bild sehen wir den Ort, wo Geschichte gemacht wird, das „oval office“. Der Name dessen, der Geschichte macht, ist genannt: Kaiser Augustus. Und sofort verstehen wir: Weihnachten ist keine Geschichte aus dem Märchenbuch - wie geheimnisvoll sie auch sein mag. Weihnachten ist ein Geschehen in unserer Welt, in der Mächtige die Fäden in der Hand haben. Weihnachten - da sind wir dabei: eingeplant als Steuerzahler und Arbeitskraft, Rentenempfänger oder Auszubildender. Jeder nur ein Rädchen im Getriebe. In diese Welt wird das Bild hinein gezeichnet:

“Ein Gebot von dem Kaiser Augustus ging aus, dass alle Welt geschätzt, registriert, datenerfasst würde....“„Alle Welt“, Der Kaiser nimmt die ganze bewohnte Welt in seinen Blick. Steuern werden festgesetzt. Für die Mächtigen wird es sich lohnen. Global steuern - privat profitieren. Viele, bis hin zu den kleinen Pächtern der Zollstellen in der Provinz, wollen mit abstauben. Und Menschen folgen. Lassen sich einschätzen, geben dem Kaiser, was des Kaisers ist - und was er darüber hinaus noch fordert.

Kommen Sie, wir gehen näher an das Bild heran. Sehen einen Bildausschnitt rechts unten, Rom diametral entgegengesetzt. Wir vergrößern den Ausschnitt: Nazareth in Galiläa, ein Mann und eine Frau. Nur sie. Einfache Leute, wahrscheinlich Handwerker. Zwei aus Millionen, die betroffen sind, wenn in den Zentren der Macht Entscheidungen fallen. Von einem Tag auf den anderen werden sie per Dekret in die Ungeborgenheit geworfen. Müssen unterwegs sein - und die Frau ist schwanger. Ein Bild aus der Ferne - und doch so nahe. Immer wieder müssen Menschen sich auf den Weg machen, wenn Mächtige mit ein paar Federstrichen ihre Entscheidungen durchsetzen lassen: Umsiedlung, Vertreibung, Flucht, Asylsuche, Androhung oder Vollzug eines Völkermordes...

Das Weihnachtsbild ist so merkwürdig vertraut. Es ist in unsere Welt hinein gezeichnet, eine Welt, in der Menschen ein Dach über dem Kopf suchen oder eine kleine Geborgenheit für ihre Seele.

Jener Mann und jene Frau reisen nach Bethlehem. Dort wird das Kind geboren. Ihr Erstgeborener. Doch in der Unterkunft ist für dieses Kind nur in einer Futterkrippe Platz. Aber diese einfachen Menschen, deren Spuren längst verwischt sein müssten, bekommen von Gott eine tragende Rolle in seiner Geschichte anvertraut. Sie bleiben im Bild. Davon wird noch zu reden sein.

Darüber freut sich Pfarrer Eko Alberts aus Bonn.

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