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Hörmal | 01.05.2016 | 07:45 Uhr

Einen Oscar für Josef

Es kommt nicht nur auf die Hauptrollen an. Das weiß auch Hollywood. Und daher wird da auch jedes Jahr der Oscar für die beste Nebenrolle verliehen.

Ich finde gut, dass nicht nur speziell der beste Film, die beste Regie, der beste Hauptdarsteller ausgezeichnet werden, sondern eben auch der Blick auf die Nebenrolle gelenkt wird. Das war nicht immer so. Erst acht Jahre nach der ersten Oscarverleihung 1929 wurde auch der Nebendarsteller gedacht. Dabei zeigt sich in ihnen so manches Talent, was eben nicht im ständigen Rampenlicht steht, aber für eine Handlung, eine Geschichte ganz wichtig ist.

Was in der Filmwelt gilt, das stimmt im Leben allemal: Nicht jeder kann die Hauptrolle spielen. Und daher kommt es auf die Nebenrollen an. Denn: Ohne die vielen Nebenrollen läuft so manches nicht, weder im Film noch im alltäglichen Leben.

Von daher ist für mich der heutige erste Mai, der Tag der Arbeit, auch so ein Tag, der den Blick auf Nebenrollen wirft. Heute geht es nicht um die Chefs, um die Alphatiere, sondern um die, die im Betrieb oft nicht das Sagen haben, ohne die aber jeder Betrieb gleich dicht machen könnte. Es geht zwar um die Arbeit und ihre Würde, aber gemeint sind eigentlich die vielen Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihren Job tun und damit eine große Wertschätzung genießen sollen, weit über eine gerechte Entlohnung hinaus. Gesellschaftlicher Wohlstand und Entwicklung sind den vielen Menschen zu verdanken, die ihre Arbeit tun, die – weiß Gott – nicht immer einfach ist, vor allem wenn es körperliche Arbeiten sind oder stressreiche Arbeiten. Unzählig sind wahrscheinlich all diejenigen, die kein großes Aufhebens machen, sondern einfach nur pflichtbewusst ihre Arbeit tun – und das nicht nur in unserem Land.

Den Oscar sozusagen für die beste Nebenrolle der Arbeitswelt hat vor vielen Jahren einmal die Katholische Kirche vergeben, indem sie am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, an Josef den Arbeiter erinnert hat und ihn ehrt. In der Bibel wird von ihm nicht viel berichtet. Im ganzen neuen Testament ist er eigentlich eine marginale Gestalt, eben eine Nebenrolle. Noch nicht mal der Vater Jesu, des Messias sei er gewesen, schreiben die Evangelisten. Von Beruf sei er Zimmermann und vom Charakter zurückhaltend und diskret. Aber er hat seine Rolle gefunden als Verlobter der Maria und als Nährvater Jesu. Ein treuer Kümmerer also. In alten Gemälden wird er in seiner Werkstatt dargestellt mit Hobel, Beil und Bohrer. Ja, manchmal erscheint er da als echter Hausmann, der ein Feuer anfacht, Brei kocht oder sogar seine Beinkleider als Windeln dem Jesuskind überlässt. Mag das alles auch legendär sein. Josef ist für mich jedenfalls ein Beispiel für jemanden, der seine Nebenrolle sehr gut ausfüllt und deshalb Respekt und Wertschätzung verdient. Er macht beispielhaft seine Sache gut – mag sie auch noch so nebensächlich sein.

Eigentlich dürfte mehr Ausschau gehalten werden nach den vielen herausragenden Nebenrollen in der Welt und eben auch in der Arbeitswelt, wo Menschen treu ihre Arbeit tun. Und: Es sollten die Arbeiterinnen und Arbeiter mehr wertgeschätzt werden, in der Arbeitswelt und in der Welt allgemein. Aber das sollte bitte nicht nur heute geschehen, am Tag der Arbeit, sondern eigentlich an jedem Tag.

Copyright Vorschaubild: Jose Manuel mazintosh CCBY 2.0 flickr

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