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Kirche in WDR 2 | 25.05.2016 | 05:55 Uhr

Eltern - sie sind, wie sie sind

Eltern. Hat jeder. Ob er sie kennt oder nicht. Ob sie leben oder nicht mehr. Eltern hat jeder. Ich komme wo her. Und von wem. Manch einer sagt bei dem Thema lieber: Das lassen wir mal, war nicht so erfreulich. Andere sind stolz und dankbar für ihre Eltern. Man sucht sich das ja alles nicht aus. Weder Mutter, noch Vater, weder Zeit noch Ort. Und bei denen, eine Generation vorher, war es ja schon genauso. Es war, wie es war. Und es ist, wie es ist.

Ich bin in einer Geschichte, einer Herkunftsreihe, so oder so. Und wie jetzt umgehen mit Eltern, Herkunft, Geschichte? Wie umgehen mit den Menschen, die zufällig oder gottgewollt, meine Eltern waren oder sind? Die 10 Gebote der Bibel machen im vierten Gebot eine klare Ansage: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden.“ Und Martin Luthers Erklärung hierzu aus dem „Kleinen Katechismus“ lautet: „Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.“

Na ja. Also, das mit dem „ Sie, also die Eltern, lieb und wert haben“ ist ja klar, - wenn es gut lief. Wenn nicht, also wenn die eigenen Eltern schlugen, vernachlässigten, verletzten, wird es schon schwerer, das mit dem Ehren. Dann sogar gehorchen? Lieber nicht.

Hört man auf neuere Studien zur Jugendkultur und ihrem Verhältnis zur Elterngeneration, muss man da wohl wenig befürchten. Die meisten beschreiben das Verhältnis zu ihren Eltern als respektvoll und harmonisch. Wahrscheinlich wunderbar, wenn das so ist. Meine eigene Erfahrung war da nicht ganz so ungebrochen. Und es ist ja durchaus von Wert, wenn man weiß wogegen man sich abgrenzt.

Mal angenommen, das Gebot die Eltern zu ehren ist sinnvoll, und mal weiter angenommen, es ist sinnvoll, unabhängig davon, wie gut die Beziehung war, die man hat oder hatte. Dem Gebot die Eltern zu ehren wird in der Bibel eine zweckmäßige Begründung quasi nachgeschoben. Es heißt: „Damit es dir wohlergehe und du lange lebst auf Erden“. Jetzt kann man natürlich in Zeiten des Individualismus und der Möglichkeit, sich unabhängig von der eigenen Herkunft zu machen, sagen: Ok., die brauchten sich ja auch alle, um zu überleben. Jagd, Schutz, Versorgung und so weiter.

Und heute kann doch jeder – wenn es eben nicht passt – gut für sich sein. Alleine für sein Einkommen sorgen, sein Auskommen. Stimmt. Gott sei Dank. Und doch. Gemacht hat sich ja keiner selbst. Und seine Herkunft ausgesucht auch nicht. Und Herkunft wirkt. Eher mehr, als weniger. Da könnte „Eltern ehren“ heißen: Anerkennen. Anerkennen, dass diese beiden Menschen sind wie sie sind, weil sie wurden, wie sie sind. Auch bei gebrochenen, schwierigen Geschichten. Übrigens: Jesus fordert auf, die Eltern zu verlassen. Neues zu beginnen. Eigene Wege zu gehen. Nach der Anerkennung.

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