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Kirche in WDR 2 | 24.06.2014 | 05:55 Uhr

end-lich Leben!

O-Ton: Ich bin auch noch nicht gestorben, also zumindest nicht wissentlich.

Autor: Sagt Clemens von Ramin, der Schauspieler und Vorleser. Er schmunzelt. Seit 14 Jahren ist er auf Deutschlands Bühnen unterwegs: In Schauspielhäusern, Buchhandlungen, Kirchen. Jetzt hat er sich mit dem Tod beschäftigt –mitten im Leben.

O-Ton: Ich bin gerne fröhlich, aber ich kenne auch die andere Seite sehr genau, irgendwie mag ich das sehr. Allerdings ist es schwieriger zu verkaufen. Also, ich würde zum Beispiel unheimlich gerne mal, eine Lesung über den Tod machen. Da gibt es übrigens auch sehr amüsante Texte. Aber keiner will sterben.

Autor: So Clemens von Ramin vor einigen Monaten bei Gisela Steinhauer in den WDR2-Sonntagsfragen. Einige vom ambulanten Hospizdienstdienst Regenbogen aus Wassenberg hatten die Sendung gehört und ihn kurzerhand eingeladen. Zu einer Lesung in der Kirche. Warum ihn der Tod so beschäftigt?

O-Ton: Also einmal ist es so, dass wenn man viel liest, man um das Thema gar nicht herum kommt. Dann hab ich mal sehr früh einen Bruder verloren und musste mich also schon sehr früh sehr intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzen.

Autor: Und dann ist da noch die berühmte „Mitte des Lebens“. Er ist 47.

O-Ton: ...und da - ja - da fragt man sich schon mal: Wo geht’s hin, wer hat’s in der Hand?

Autor: Wir sicher nicht, das weiß auch Clemens von Ramin. Aber was folgt für ihn daraus?

O-Ton: Also was auf alle Fälle mal ist: Je mehr man sich mit dem Tod beschäftigt, widmet man sich zwangsläufig mit mehr Hingabe dem Leben. Denn also das war für mich ganz klar zu sehen, denn das ist das Einzige, wo ich Einfluss drauf habe.

Autor: In der Vorbereitung auf die Lesung stieß der Rezitator auf sehr unterschiedliche Texte: nachdenklich-heitere, tiefsinnig-philosophische, komisch-makabere.

O-Ton: Das war eine subjektive Zusammenstellung. Letztendlich wähle ich nur Texte aus, die mich berühren, begeistern oder beschäftigen. Und sie sind so unterschiedlich.

Autor: Ein kleiner philosophischer Streit hat ihn besonders beschäftigt.

O-Ton: Also Montagne sagt, er geht dem Tod gelassen entgegen, weil er ständig mit ihm rechnet. Und wir sollten, wenn wir stolpern, sagen: Was für ein Glück, dass wir uns nicht das Genick gebrochen haben.

Autor: Das ist jetzt mal die Kurzfassung.

O-Ton: Und Madame du Châtelet sagt eben, und zitiert Gresset, der sagt, „Jahrhunderte der Schmerz, der Tod ein Augenblick.“ Sprich: Wir sollten uns das Leben, was sowieso so kurz ist, nicht verderben mit dem ständigen Gedanken an den Tod.

Autor: Und was meint Clemens von Ramin?

O-Ton: Die Wahrheit liegt für mich ganz klar in der Mitte. Also ja: ich sollte nicht jeden Tag mir sagen, danke dass ich noch lebe, danke dass ich noch lebe, aber auf der anderen Seite, manchmal ein bisschen Demut zu zeigen, dankbar zu sein, hat viel für sich.

Autor: Auf der Bühne blieb es offen, aber im Gespräch sagt Clemens von Ramin auch, was er persönlich glaubt.

O-Ton: Dass es ein Wiedersehen gibt. ... Und die Vorstellung, dass mich Menschen abholen, oder ich ne gute Verbindung nach oben hab, zum Beispiel in meinem Bruder, und auch ein paar anderen Freunden, das ist ein schöner Gedanke, der mich mit trägt.

Autor: Manche seiner Freunde halten ihn da für verrückt, wollten ihm das schon ausreden. Aber er bleibt dabei. Und er ist davon überzeugt:

O-Ton: Was einem auch immer hilft, wenn man daran glaubt, dann darf man daran glauben!

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