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Kirche in WDR 5 | 30.07.2018 | 06:55 Uhr

Ende der Baustelle, danke für Ihre Geduld

Guten Morgen!

Ach ja, ich liebe sie, diese Baustellen auf den Autobahnen. Gerade hatte ich noch das Gefühl flott voranzukommen. Und dann dümpele ich kilometerlang mit 60 oder 80 dahin. Wie gerne würde ich jetzt schneller fahren. Ich gebe es zu, manchmal mache ich das ja auch, aber nur ein wenig!

Letztlich: Ändern kann ich an dieser Situation sowieso nichts. So eine Baustelle: Sie ist im wahrsten Sinne eine Geduldsprobe. Meine Geduld wird herausgefordert. Ich will nicht geduldig mit 80 da lang fahren, muss es aber. Und es ist ja auch besser so. Mittlerweile versuche ich, Baustellen ganz gelassen zu sehen. Ich muss langsam fahren, ok. Manchmal klappt das schon ganz gut. Ich sage mir: Entschleunigung ist auch beim Autofahren nicht verkehrt. Ich spare Benzin und ich lege sozusagen eine "Baustellen-Pause" beim Fahren ein.

Und wenn mir das mal gut gelungen ist, dann freue ich mich sogar über diese Schilder. Die sind ja manchmal aufgestellt: "Ende der Baustelle, danke für Ihre Geduld!" Und ich sage: "Bitte schön!" Und: "Danke auch für diese Pause."

Wussten Sie, dass dieser Spruch von den Schildern es bis auf einen Grabstein geschafft hat? Ich habe das im Internet gesehen. „Ende der Baustelle, danke für Ihre Geduld!“ – das steht auf Englisch auf dem Grabstein von Ruth Graham. Das ist die Frau von Billy Graham, einem berühmten amerikanischen Prediger. "Ende der Baustelle, danke für Ihre Geduld!" als Grabsteinspruch. Ich finde das mutig und humorvoll, so einen Slogan über sein Leben zu setzen.

Aber Ruth Graham hat ja Recht: Unser ganzes Leben hat etwas von einer Baustelle! Wir sind nicht fertig, werden wohl auch nicht fertig hier in diesem Leben. Jeder hat so seine Macken, seine Ecken, seine Kanten. Manche werden im Laufe der Jahre runder und weicher. Manchmal bricht etwas ab und dann gibt es wieder eine neue scharfe Kante.

Ich hab´ oft den Eindruck: Ständig hab´ ich´s mit anderen Baustellen zu tun. Menschen die mich ärgern. Menschen, die ich nicht verstehe. Menschen, die es irgendwie immer schaffen meine wunden Punkte zu treffen. Menschen, die mir in manchen Bereichen unreif vorkommen.

Wenn ich mal wieder mit solchen zu tun habe, dann stelle ich mir Folgendes vor: Die haben alle ein Schild um den Hals. "Vorsicht Baustelle! Bitte Geduld haben!" Das klappt manchmal ganz gut und ich kann geduldiger sein.

Und auch mir selber hänge ich schon mal so ein Schild um. In Gedanken! Auch mit meinen eigenen Unzulänglichkeiten möchte ich Geduld lernen.

Und das Schönste ist: Sie ist mal zu Ende, meine Lebensbaustelle. So wie bei Ruth Graham. "Ende der Baustelle!" Ruth Graham ist wohl mit der Hoffnung gestorben, dass sie in den Himmel kommt. Und dass dort alle Bauarbeiten erledigt sind. Dass sie dort einfach vollkommen ist… Eine schöne Hoffnung! Bis dahin aber noch: "Baustelle, bitte Geduld!"

Ihr Pastor Heddo Knieper aus Herne, gerne.

Nach einer Idee von Christof Lenzen, aus dem Buch "Energie geladen", S. 145, Neukirchener Verlag 2006, mit freundlicher Genehmigung des Autoren

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