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Kirche in WDR 2 | 16.05.2015 | 05:55 Uhr

Entscheiden

„Ja oder Nein? Entscheide Dich!“ Die Eltern diskutieren mit ihrem kleinen Sohn vor der Anprobe, es geht um eine Jeans. Sich entscheiden ist manchmal gar nicht so einfach. Ich kenne das. Man gebe mir eine Speisekarte und ich bin verloren. Manchmal nehme ich einfach die Nummer 42, egal was das ist. Führt zu überraschenden Ergebnissen, aber immerhin ist eine Wahl getroffen.

„Nun entscheide dich endlich“ – oft ist es auch eine innere Stimme, die drängelt. Sie meldet sich bei eher unwichtigen Dingen wie: Keks oder Schokolade, helles Sakko oder doch lieber das dunkle? Und sie quält uns erst recht bei den großen Fragen, wenn es wirklich um etwas geht: Die Bewerbung tatsächlich abschicken? Die Eigentumswohnung kaufen oder doch weiter mieten?

Sich entscheiden, eine Wahl treffen, das ist heute in vielen Fragen schwieriger als in früheren Jahren. Früher mussten Menschen viel weniger überlegen, welches Leben sie führen wollten und was für sie richtig war. Vieles war vorgegeben. Schule, Ausbildung, Beruf, Heiraten und Kinder haben. So machte man das eben. Heute ist das anders, zum Glück. Es gibt unzählige Möglichkeiten, das eigene Leben zu führen. Nur: Es ist auch komplizierter geworden. Und sich entscheiden müssen, heißt, es kann auch richtig schief gehen. Denn mit den Gewohnheiten sind auch die Sicherheiten verloren gegangen. Menschen in der zweiten Lebenshälfte haben oft schon den dritten Beruf, mindestens aber die dritte Stelle. Vielleicht sind sie auch nach einer langen Bindung wieder allein und müssen sich neu orientieren. Die neue Freiheit birgt auch Risiken.

Eigentlich müssten wir das tief in uns drin haben: die Fähigkeit, kluge Entscheidungen zu treffen. Beim Fernsehen oder im Internet können wir das auf den ersten Blick: bleiben oder weiterzappen. Anklicken oder weiterscrollen. Aber da steht nichts auf dem Spiel.

Bei den großen Entscheidungen ist es eher so, als ob man eine Tür öffnet und einen neuen Raum betritt. Sei es mit der neuen Stelle, sei es mit diesem besonderen Menschen. Aber wer die Tür öffnet und den Raum betritt, lässt auch etwas hinter sich. Sich entscheiden heißt, mit Verlusten leben. Kann ich das? Hab ich das schon mal geschafft? Wenn ja, kann die Entscheidung fallen.

Manchen hilft, sich die Zukunft genau auszumalen. Wie wird sich die Entscheidung anfühlen in fünf Minuten, in fünf Monaten oder in fünf Jahren? Den neuen Kollegen zum Geschäftspartner machen? Kurzfristig eine gute Idee, es würde die Stimmung merklich heben. Und wie wäre es in fünf Monaten? Oh je, mühsam. In fünf Jahren? Jetzt wird klar: keine gute Entscheidung. Bei jemand anderem ist es vielleicht die Frage, ob Vater oder Mutter ins Altenheim ziehen sollten. Das sorgt in den nächsten fünf Minuten nicht gerade für Begeisterung, könnte sich aber in fünf Monaten schon bewährt haben und ist schon zwei Jahre weitergedacht sicher schon heute eine gute Entscheidung.

Die Psychologie sagt, man soll nicht nur Argumente abwägen, sondern auch das eigene Ge-fühl befragen. Ein guter Ratgeber. Denn dieses „Bauchgefühl“ sammelt gleichsam die ganze bisherige Lebenserfahrung. Ist da auch der Glaube zuhause, das Gottvertrauen? Ich glaube ja. Deshalb bete ich manchmal und denke: „Gott, du weißt, was gut für mich ist.“ Meine Erfahrung, etwas Risikobereitschaft und Gottvertrauen – so kann ich entscheiden.

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