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Kirche in WDR 4 | 30.11.2015 | 08:55 Uhr

Er sucht Dich

Guten Morgen,

Advent ohne Gott – das ist für mich wie ein Spiel auf Schalke – ohne Ball.

Mir würde das Wichtigste da fehlen.

Sicher: Ich gehe gern mal in diesen Wochen auf Adventsmärkte. Trinke mit Bekannten einen Glühwein oder kaufe mir eine Tüte frisch gebrannter Mandeln. Aber das ist nicht das Entscheidende für mich.

In der Adventszeit geht`s für mich darum, mich neu für das Geheimnis zu öffnen, das wir Gott nennen.

Advent heißt „Ankunft“ und ich möchte, dass Gott in dieser Zeit neu bei mir ankommen kann.

Nicht einfach, weil`s so im Kalender steht - sondern weil Sehnsüchte und Heimweh in mir lebendig sind.

Hermann Hesse schreibt in seinem Buch „ Der Steppenwolf“: „Wir haben niemand, der uns führt, unser einziger Führer ist das Heimweh.“ (Hermann Hesse ,Der Steppenwolf, Frankfurt a.M. 1974, S.197)

Genau das ist es! Jetzt wo die Tage dunkler werden und das Jahr sich dem Ende zuneigt: da spüre ich besonders meine Sehnsüchte – mein Heimweh – die Sehnsucht nach etwas, was mein Herz erfüllt und befriedigen kann.

Und das kann nicht der Budenzauber auf Advents- und Weihnachtsmärkten sein – auch nicht der Glühwein oder die gebrannten Mandeln.

Meine Sehnsüchte – ich will in diesen Wochen aufmerksam für sie sein, damit ich mich mit ihnen aussöhnen kann und damit aus meinen Sehnsüchten nicht Süchte werden.

Manche Seelenkundige sagen, dass hinter den Süchten die Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit steckt. Ich glaub: das stimmt.

Meine Sehnsüchte, mein Heimweh will ich dem Geheimnis anvertrauen, das wir Gott nennen. Er ist eine gute Adresse dafür. „Die Sehnsucht gibt dem Herzen Tiefe.“ (Augustinus)

Oft wird in diesen Wochen nur von „ Vorweihnachtszeit“ gesprochen. Mir gefällt das nicht. Ich spreche lieber von: „Adventszeit.“ Weil mir allein schon durch dieses Wort deutlich wird, worum es geht in dieser Zeit. Dass er bei mir ankommen kann.

Und wenn ich mir dann vorstelle: Ich bin Gott so wichtig, dass er bei mir ankommen will…ich finde das ermutigend.

Und wenn Sie mich fragen: Wie kommt denn Gott zu Dir? Dann meine Antwort: Er kommt zu mir in meinen Sehnsüchten.

Der Priester und Autor Andreas Knapp hat das in einem Gedicht wie folgt beschrieben:

"in der Traurigkeit

für die du keinen Namen findest

in der Unruhe

die dich ziellos umhertreibt

in den Träumen

die dir schlaflose Nächte bereiten

in dem Heimweh

das dich zu Hause befällt

in der Sehnsucht

die ausufert nach immer mehr

in all deinem Nichtfinden

da sucht ER dich"

(Andreas Knapp, Weiter als der Horizont – Gedicht über alles hinaus

Regensburg 2009, S.32)

Wie gesagt: Advent ohne Gott – das ist für mich wie ein Spiel auf Schalke – ohne Ball.

Dass Sie am Ball bleiben, dass Gott bei Ihnen ankommen kann, das wünscht Ihnen,

Pfarrer Klemens Schneider aus Senden.

Bildrechte: onnola (flickr) CCBY-SA 2.0

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