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Kirche in WDR 2 | 24.03.2014 | 05:55 Uhr

Erhebe deine Augen

Ich bin mit dem Struwwelpeter aufgewachsen. Das Buch, in dem Kinder verhungern, Lausejungen in Tintenfässer getaucht werden und kleine Mädchen sich selbst abfackeln. Ein von Pädagogen völlig verworfenes Kinderbuch, das sich trotz aller Kritik weiterhin in den Kinderzimmern behauptet und von Kindern wohl auch sehr gerne angeschaut wird. Ich jedenfalls habe die Geschichten in mich aufgesogen und kann sie bis heute problemlos abrufen. Unter anderem war da die Geschichte von Hans-guck-in-die-Luft, der beim Gehen irgendwo hin schaut, nur nicht auf den Weg. Das Ende der Geschichte ist: Er fällt in den Kanal. Glücklicherweise wird in dieser Geschichte das Kind am Ende gerettet und ertrinkt nicht elend.

Wer mit Kindern unterwegs ist, fühlt sich immer wieder an diese Geschichte erinnert. Gerade im Verkehr müssen die immer wieder daran erinnert werden, dass sie nach den Autos schauen und überhaupt aufpassen müssen. Auch wer ein Stück Weg zu Fuß mit ihnen zurücklegt, muss immer wieder stehen bleiben, weil sie eben nicht wie wir Erwachsene zielgerichtet ihren Weg verfolgen, sondern sich von allem und jedem ablenken und faszinieren lassen. Ein Segen, wenn man es da nicht allzu eilig hat. Aber Kinder bei ihren Schlingelschlangel-guck-in-die-Luft-Wegen eben sehr viel mehr mit von der Welt als wir Erwachsenen. Eigentlich

Und weil das doch ein Segen ist, fordert die Fastenzeit, die 40 Tage vor Ostern, in denen wir uns nun gerade befinden, gerade das: „Erhebt eure Augen“

So hieß es in der Lesung am gestrigen Fastensonntag. Schaut auf. Lasst eure üblichen Wege und euren Alltag mal außer Acht. Wenn man so will: Lockt den Hans-guck-in-die-Luft aus Euch heraus.

Nur, wer die Augen erhebt, sieht etwas Neues. Nur, wer die Augen erhebt, kann um sich blicken und Dinge wahrnehmen, die im Alltag sonst keine Beachtung finden. Wer den Blick erhebt, sieht vielleicht nicht mehr direkt den Weg vor sich, nicht mehr die Aufgaben, die momentan zu tun sind. Aber der Blick geht in die Weite, findet vielleicht die Ziele in der Ferne, für die es sich wirklich zu leben lohnt. Und wenn man dann wie Hans-guck-in-die-Luft einmal nass wird, bedeutet das auch nicht gleich das Ende.

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