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Kirche in WDR 2 | 30.07.2015 | 05:55 Uhr

Erträglich Christ sein

Zachäus aus der Bibel? Sollten Sie kennen! Weil er nämlich das Christ-Sein einigermaßen erträglich macht. Aber: Möglicherweise kennen Sie ihn ja schon. Eigentlich ist er ja nur eine Randfigur im Evangelium. Ein Zaungast. Aber im Religionsunterricht in der Grundschule, beim Vorlesen im Kindergarten oder bei Kindergottesdiensten hat Zachäus schon immer eine große Rolle gespielt.

Zachäus war Zöllner. Nicht, dass es damals einheitliche Tarife gab, die man irgendwo nachlesen konnte. Die Zöllner waren da recht frei und manche schlugen auf die Zölle, die von Rom vorgegeben wurden, ordentlich drauf. Man will ja schließlich auch leben. Und so einer war Zachäus und wohl einer der übleren Sorte, denn man kann lesen, dass er nicht wirklich beliebt war. Niemand wollte was mit ihm zu tun haben.

Als nun Jesus mal in seine Stadt kam, will Zachäus ihn sehen. Kommt ja nicht alle Tage vor, dass jemand so Aufregendes vorbei kommt. Dumm nur: Keiner will ihn gucken lassen. Zachäus ist klein und alle drängen sich vor ihn. Diesem Zöllner, diesem Halsabschneider, dem wollen sie ja schon gar keinen Gefallen tun.

Weil der kleine Zachäus aber auf einen Baum steigt, sieht ihn Jesus doch und – wer weiß, was er sich dabei gedacht hat – lädt sich bei ihm ein: „Heute will ich in deinem Haus zu Gast sein.“ Und Zachäus findet das gar nicht unverschämt, sondern fühlt sich so geehrt und geschätzt, dass er glaubt, Jesus zuliebe etwas an seinen Geschäftspraktiken ändern zu müssen. Einfach so: Die Hälfte seines Geldes will er den Armen geben. Und dann will er noch denen, von denen er zu viel genommen hat, alles vierfach zurückerstatten. Klingt jetzt nicht so, als ob das eine Kleinigkeit wäre. Trotzdem aber noch erträglich, denn das Lukasevangelium ist da sonst ganz anders drauf. Wenn da jemand Jesus begegnet, schließt er sich ihm meist direkt als Jüngerin oder Jünger an. So wie Petrus und Andreas direkt vom Fischen oder ein anderer Zöllner namens Levi. Aufgestanden, alles liegen gelassen, mitgegangen. Und an anderer Stelle sagt Jesus zu einem reichen Mann: „Verkauf alles, was du hast, und gebe dein ganzes Geld den Armen!“ Da tut es gut, im Evangelium mal einen zu treffen, der sich von Jesus zwar heftig ändern lässt, aber nicht gleich sein ganzes Leben aufgibt. Mir als Normalo ist das ganz sympathisch, tue ich mich doch auch damit schwer, alles stehen und liegen zu lassen. Denn selbst an einer Bekehrung, wie Zachäus sie vollzog, habe ich ja noch zu arbeiten.

Copyright Vorschaubild: wikimedia

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