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Kirche in WDR 5 | 08.06.2016 | 06:55 Uhr

Es ist genug!

„Es ist genug!“ Haben Sie vielleicht auch schon mal gesagt. Nicht einfach das wütende, herrische „Mir reicht´s!“, eher das ausatmende, sich verströmende „Es ist genug.“ Das kennen vermutlich viele.

Guten Morgen! Darf ich Ihnen kurz Elia vorstellen? Elia, ein Prophet Gottes in alten Zeiten kennt es auch, das: „Es ist genug!“. Er spricht es aus. Was ist passiert? Elia hat für Gott und die Welt gekämpft, gegen korrupte Fromme. Und dagegen, dass falsche Götter angebetet werden. Er leistet Widerstand gegen die Staatsgewalt und wird der Majestätsbeleidigung bezichtigt. Die Königin lässt ihn verfolgen, Er flieht, er rennt um sein Leben. Lässt alles und alle zurück. Verbirgt sich in der Wüste. Dort, wo Einsamkeit und Dämonen lauern. Da stürzt er unter einen Strauch, der ein wenig Schatten spendet. Unendlich müde geworden, erschöpft, total ausgelaugt, am Ende.

Der katholische Priester Wilhelm Willms hat es so beschrieben:

Sprecher:

"Der prophet

hatte es satt / (…) / das leben hatte er satt / und er hatte die mächtigen satt

und er hatte die frommen satt / die ihn im stich ließen

die frommen / die in den tempel liefen /

und gott und gott und gott sagten / und es dabei beließen

und dann / lief dieser elija weg

in die einsamkeit / in die wüste

und / er legte sich hin / unter einen strauch

auch gott hatte er satt." (1)

Autor: Solche oder ähnliche Elia-Erfahrungen haben viele: Eine hat Jahre lang die Alkoholkrankheit ihres Partners mitgetragen und gedeckt, aber nun ist sie mit ihrer Kraft einfach am Ende, es geht nicht mehr, es ist genug. Jemand hat Jahre lang gearbeitet und gewirtschaftet und versucht, den Betrieb auf einen grünen Zweig zu bringen - und muss doch nur für die Bank arbeiten. Es geht nicht mehr, es ist genug. Ein alter Mensch ist müde und mürbe geworden, die Kinder melden sich gerade noch einmal zum Geburtstag. Da schwinden nicht nur die Kräfte des Körpers, die Seele verkümmert schon viel früher, es ist genug.

Menschen, die alles satt haben, die nicht mehr können, nicht mehr wollen, ziehen sich zurück, in eine Wüste, einen Tag weit, zwei Tage weit und mehr, zurück in sich selbst, ducken sich in sich selbst, ziehen sich zurück in die Trauer, in leere Betriebsamkeit, in eine Sucht, in Verbitterung, in die Depression. Und dann das Grübeln: "Warum passiert mir das?

Und die Zweifel kommen und die Selbstvorwürfe: „Ich habe es nicht geschafft. Ich bin nicht stark genug, nicht stärker als die anderen. Ich habe einen Fehler gemacht. Ich versage.“ Und dann kommen die dunklen Gedanken:

"Es ist genug, ach Gott, mach doch ein Ende mit mir, was soll das noch? Was soll ich noch?!"

Bei Elia zumindest ist das so. Doch da kommt unerwartete Hilfe. Von höchster Stelle. Darum habe ich heute eine Bitte an Sie: Richten Sie sich bitte nicht auf die Sackgasse ein! Es geht weiter, mit Elia. Und mit Ihnen hoffentlich auch.

Bis dann, sagt Ihnen Pfarrer Eko Alberts aus Bonn.

(1)Wilhelm Willms, der geerdete himmel, kevelaer 19743

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