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Kirche in WDR 2 | 16.09.2014 | 05:55 Uhr

Essen und Religion

Autor: Wissen Sie schon, was es heute zu Essen gibt? Das ist wichtig, denn wir essen nicht nur, um satt zu werden. „Der Mensch lebt nicht von Brot allein“, heißt es in der Bibel. Essen ist mehr …

O-Ton: Fast durch alle Gesellschaftsschichten ist Essen so eine Art neues Bekenntnis geworden. Früher waren es die politischen Richtungen, rechts oder links, heute die Frage auf der einen Seite des korrekten Essens, das die Umwelt schützt, Stichwort vegan, vegetarisches Essen oder Bio-Erzeugnisse, und auf der anderen Seite haben wir ein Bekenntnis zum Konsum wie nie boomt die Branche von extrem teuren Grillgeräten, superteurem Wein oder speziellem Fleisch.

Autor: sagt der Experte für Esskultur Gunther Hirschfelder. Essen hat eine Botschaft. Das war bei Jesus nicht anders. Da ging es allerdings nicht um vegan oder bio, sondern um die Frage: Mit wem esse ich? Jesus hat das bewusst getan mit Sündern, Zöllnern, Prostituierten, also Menschen am Rande der Gesellschaft. Schade, dass diese Facette des Essens bei uns nicht so im Blick ist, aber Überhaupt darüber nachzudenken, was man isst, ist eine gute Entwicklung …

O-Ton: Wenn wir uns die Probleme dieser Welt anschauen, die zunehmende Umweltzerstörung, die zunehmende Ressourcenvergeudung, dann ist der Hang zum Bio-Essen, zum fair gehandeltem Essen natürlich eine wunderbare Sache; wir brauchen auch mehr davon .

Autor: Essen ist heute für immer mehr Menschen bei uns fast eine Religion, sagt der Bonner Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder. Aber manches wirkt auf mich schon eher hohl: Im Buchladen steht die „Koch-Bibel“. Und es gibt die „10 Gebote zum optimalen Abnehmen“. Die Titel versprechen Heilung, vielleicht sogar Erlösung. Kein Zufall, sagt Gunther Hirschfelder:

O-Ton: Essen hat fast einen religiösen Charakter. Wir versuchen in einer immer komplexeren Welt alles richtig zu machen. Wir müssen das große Durcheinander an Informationen in dieser Welt bündeln und kanalisieren, um damit überhaupt fertig zu werden und da ist das Essen eine gute Folie. Es eignet sich, es schafft Klarheit im Leben, wer seinen Tisch überblickt, hat den Eindruck, die Welt zu überblicken.

Autor: Allerdings: Immer weniger essen noch gemeinsam. Mittags geht´s schnell durch die Kantine oder man isst nebenbei bei der Arbeit. Kinder essen in der Schule. Und abends isst jeder, was und wann er will, vor dem Fernseher, am Computer, im Bett. Das Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat – und das für uns Christen ja das heilige Essen schlechthin ist – das war ein Gemeinschaftsmahl. Und gerade deshalb, glaube ich, hat es so viel Kraft und Wirkung entfaltet: Jesus und seine Jünger hockten zusammen, den ganzen Abend, haben miteinander gegessen und geredet, von ihren Ängsten und von den Hoffnungen und von der Zukunft.

O-Ton: Essen ist an erster Stelle ein sozialer Akt. Essen stiftet Identität. Essen in Gemeinschaft bringt erst soziale Gruppen und Kommunikation und Vertrauen hervor. Und Essen und die soziale Seite sind eigentlich viel wichtiger als die Stoffliche beim Essens. Wir sind ja keine Tiere oder Maschinen.

Autor: Ja, Gott sei Dank! Und darum möchte ich bewusst essen, auch mit Freunden, mit meiner Familie, und mich dabei freuen, dass ich eine so reiche Auswahl an Lebensmitteln auf dem Tisch habe. Das ist meine Vorstellung von Essen. Und dazu passt auch ein kleines Gebet. Ihnen ein gesegnetes Frühstück!

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