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Kirche in WDR 2 | 08.04.2015 | 05:55 Uhr

Extraeinladung gefällig?

Jesus braucht eine Extraeinladung. Der Gedanke gefällt mir in der Osterwoche. Er hat viel mit mir zu tun, aber auch mit meiner Lieblingsostergeschichte, aber dazu gleich mehr.

„Sag mal - Brauchst du eine Extraeinladung?“ Diese Frage bekam ich als Kind regelmäßig gestellt. Meist so semi-freundlich, eher genervt. Besonders, wenn es ums Geschirr spülen ging und ich so tat, als würde ich vor lauter Geschäftigkeit gar nicht merken, dass meine Mutter und meine Schwester längst in der Küche standen und mit den Tellern klapperten. Ich gestehe: ich habe oft erst diese Extraeinladung abgewartet, diesen deutlichen Hinweis, was zu tun ist, obwohl es eigentlich auf der Hand liegt.

Und hier kommt Ostern ins Spiel, besser: die sogenannte Emmausgeschichte. Sie wird vom Evangelisten Lukas erzählt und in der Kirche traditionell am Ostermontag vorgelesen. Da geht es um die beiden Jünger, die sich nach der Kreuzigung Jesu auf den Weg in ihr altes Leben zurückgemacht haben. Es ist eine Geschichte von tiefer Resignation, aber dann von großer innerer Wandlung. Die Leser wissen schon die ganze Zeit, dass da der auferstandene Jesus mit ihnen unterwegs ist, ohne dass die zwei Jünger ihn erkennen. Ohne, dass sie wirklich begreifen: Jesus ist tatsächlich auferstanden.

Das Besondere an der Geschichte für mich: Jesus drängt sich nicht auf. Hier ist er es, der auf die Extraeinladung wartet. Ich meine, wie soll ich das sonst verstehen – Er geht 12 Kilometer lang mit den Zweien in ihr Dorf zurück, sie schütten ihm unterwegs ihr Herz aus und er erklärt ihnen im besten Sinne des Wortes die Welt. Da ging es nicht um allgemeines Geplänkel, sondern um das ganz Wesentliche: Woran kann ich glauben im Leben? Worauf darf ich hoffen? So ein Gespräch, so eine Wegstrecke, das verbindet! Doch als sie im Dorf ankommen, da erzählt Lukas, dass Jesus so tut, als wolle er einfach weitergehen. Und erst als die beiden ihn drängen „Bleib doch bei uns“ – da zeigt er sich ihnen als der, der er wirklich ist.

Kurz: Jesus lässt sich bitten. Er wartet auf die Extraeinladung. Das gefällt mir. Es steht den beiden Jüngern frei, ob sie sich mit ihm an den Tisch setzen oder nicht. Sie haben die Wahl, ob diese Begegnung für sie eine vorübergehende ist oder ob sie ihn wirklich mitnehmen in ihr Dorf, in ihr Leben.

Ich glaube, dass Gott das noch immer so macht. Er lässt sich bitten. Er geht den Weg mit - aber die Entscheidung, ob und wie weit ich ihn in mein Leben lasse, liegt bei mir.

Dreckige Geschirrberge drängen sich auf, Gott nicht. Man könnte sagen, er ist unaufdringlich gegenwärtig. Weil wir freie Menschen sind.

Copyright Vorschaubild:Emmaus Waiting for the Word Luberhoff CCBY 2.0 flickr

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