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Kirche in WDR 2 | 23.06.2014 | 05:55 Uhr

Fair Play!

Am Eingang gibt es kleine rote Trillerpfeifen. Für jeden eine, auch für die Erwachsenen. Vorn auf dem Tisch zwischen Blumen und Kerzen liegt ein Fußball in den Landesfarben Brasiliens: grün, gelb, blau. Ganz an der Seite finden wir noch Platz.

Wir sitzen auf Kirchenbänken, der Tisch vorne ist ein Altar, und was gleich beginnt, ist ein Gottesdienst. Das Motto: Fair play for fair life. Also: fair spielen für ein faires Leben – oder so ähnlich. Ich bin gespannt. Was sollen wir bloß mit den Trillerpfeifen?

Im Fußball braucht es Schiedsrichter, damit fair gespielt wird. Das verstehen alle sofort. Der Schiedsrichter pfeift, wenn ein Spieler gefoult wird. Dann gibt’s Freistoß oder Elfmeter. Der Linienrichter pfeift, wenn der Stürmer im Abseits steht. So ein Schiedsrichter ist wichtig.

Fair spielen für ein faires Leben? Wir hören Lebensgeschichten von Kindern und Erwachsenen in Brasilien. Einzelne schlüpfen in deren Rolle und erzählen, wie sie leben. Und wir in den Kirchenbänken? Wir sollen pfeifen, wenn wir etwas nicht fair finden.

Da ist Antoniho, er ist 14 und lebt in Sao Paulo auf der Straße. Seine Eltern kennt er nicht mehr, in der Schule war er das letzte Mal, als er 9 war. Er schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Autos waschen oder Schuhe putzen für Touristen. Ist das fair? Nein! Alle zücken die Trillerpfeifen. Der Lärm ist ohrenbetäubend.

Dann hören wir, dass Antoninho heute von einem Jugendheim betreut wird. Er kann dort schlafen, muss aber nicht. Tagsüber gibt es drei Mahlzeiten und Kurse für alle, die die Schule zu Ende machen wollen. Das klingt schon besser.

Dann ist da noch Natalia. Ihre Familie hat auf dem Land gelebt. Sie sind zu siebt. Früher haben sie Soja gepflanzt für den Export nach Europa. Für das Saatgut mussten sie einen kleinen Kredit aufnehmen. Es ging nur ein paar Jahre gut, dann fiel das Land an die Bank. Sie zogen Richtung Norden. Im Amazonas hatte man ihnen Land versprochen. Doch der sandige Boden trug nicht. Ist das fair? Die Antwort: Nein - Alle pfeifen - Wir hören, dass die Landlosen sich organisiert haben. Sie besetzen Land von Großgrundbesitzern, führen Prozesse, bekommen es schließlich zugesprochen und fangen neu an. Jetzt pflanzen sie für den eigenen Bedarf. Das ist nur fair.

Ja, bei aller Fußballfreude, es gibt so manches, worüber ich mich aufrege und wo ich am liebsten die Trillerpfeife zücken würde. Wenn die Landlosen ihre Hütten aus schwarzen Plastikplanen nun auch mitten in der Stadt aufstellen, kann ich das gut verstehen. Sie wollen Aufmerksamkeit, auch die der Fernsehkameras

„Fair Play for Fair Life“ – das ist eine Aktion von Brot für die Welt zur Fußball-WM.

„Fair“ sagen Leute auch, wenn sie „rücksichtsvoll“, „umsichtig“ oder „gerecht“ meinen. Nicht nur die eigenen Interessen durchsetzen, sondern auf andere achten, das gehört zum christlichen Glauben. Die Welt ist ziemlich unfair. Beim weltweiten Handel oder bei der Verteilung von Ressourcen wie Wasser, Land und Nahrungsmitteln, da ist von „Fair Play“ keine Spur. Weder Antoniho noch Natalia kön-nen etwas dafür, dass sie arm sind. Ich will jetzt mehr wissen, irgendwas tun. Auf den Internetseiten von Brot für die Welt finde ich Videos, Hintergrundinformationen – und sogar eine „fair-änder-Bar“. Mal sehen, wohin das führt...

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