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Kirche in WDR 2 | 27.02.2015 | 05:55 Uhr

Fastenzeit (Das Wesen mit dem Loch)

"Der Mensch ist das Wesen mit dem Loch", sagt Jean-Paul Sartre. Klar, wir stopfen uns lebenslänglich voll, rein biologisch mit Essen und Trinken. Insgesamt durch die stetige Steigerung des Konsums. Klar, auch der Kapitalismus funktioniert bisher dadurch, dass es jedes Jahr hundert-plus gibt und die Nachfrage steigt.

Die Werbung kennt das gut: Geiz ist geil; Take the best, forget the rest; the winner takes it all; Mein Haus, mein Auto, mein Boot; vermeide den Kontakt mit Verlieren, das macht Dich selber schwach.

Warum kann es gut sein und auch schön, zu verzichten und zu teilen? Seit gut einer Woche ist Aschermittwoch vorbei und diese Frage stellt sich in der Fastenzeit. Es gibt einen neuen Trend! Warum hat Hannelore Kraft, SPD, die Wahl in NRW gewonnen? Warum Kretschmann, Grün, in Baden-Württemberg und Angela Merkel, CDU/CSU im Bund? Weil sie alle drei, aus verschiedenen Parteien, als Kümmerer rüberkamen bei den Wählern; etwa mit dem Motto: Wir lassen kein Kind zurück. Gemeinsam statt einsam. Fastenzeit meint ja nicht nur persönlichen Verzicht, sondern eher Gemeinschaft. Wie das Wahlmotto: Das Wir gewinnt. Unsere muslimischen Mitbürger leben das in ihrer Fastenzeit. Nach Sonnenuntergang laden sie zum Fastenbrechen ein! Zum gemeinsamen Essen in den Familien, oft auch im großen Rahmen in den Moscheen. Diese Gemeinschaft ist schön und macht stark für den nächsten Tag, an dem muslimische Gläubige tatsächlich nichts essen und trinken bis zum Sonnenuntergang. Wer von uns Christen macht das schon? Zur Fastenzeit gehört auch das Opfer für die Armen. Der Koran schlägt etwa zweieinhalb Prozent des Einkommens eines Jahres vor. Die Christen haben keine vorgeschriebene Summe, aber einen Zeitpunkt: die Misereor-Sammlung am Ende der Fastenzeit. Wie schön es ist, Gutes zu tun, beschreibt der Kölner Schriftsteller und Nobelpreisträger Heinrich Böll in seinem Gedicht „ Die Poesie des Tuns":

Es ist schön, ein hungerndes Kind zu sättigen,

ihm die Tränen zu trocknen,

ihm die Nase zu putzen,

es ist schön, einen Kranken zu heilen.

Ein Bereich, der Ästhetik, den wir noch nicht entdeckt haben, ist die Schönheit der Gerechtigkeit. Über die Schönheit der Künste, eines Menschen, der Natur können wir uns halbwegs einigen. Aber RECHT und GERECHTIGKEIT sind auch schön, und sie haben ihre Poesie, wenn sie vollzogen werden.

Copyright Vorschaubild: FMSC Distribution Partner Health and Humanitarian Aid Foundation CCBY 2.0 flicker.jpg

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