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Kirche in WDR 3 | 20.05.2014 | 07:50 Uhr

Fehle mir!

Die Bildzeitung stellte neulich die Top Fünfzig der Lebensträume vor. Auf Platz Siebenundzwanzig stand: „In einem Heißluftballon fliegen“. Auf Platz sechzehn? „Ein Haus bauen“. „Millionär werden“? Klar, auf Platz eins, dicht gefolgt von: „eine Weltreise machen“. Auf Platz neun: „eine wichtige Erfindung machen“, Platz Fünfzehn: „eine Nacht im besten Hotel der Welt verbringen“. „Ein Ehrenamt übernehmen“ steht auf Platz fünfunddreißig, „einen Marathon laufen“ auf Platz dreiundvierzig. Die Umfrage, auf die die Bildzeitung verweist, wurde zwar in Norwegen durchgeführt, aber ganz grundsätzlich unterscheiden dürften sich die Ergebnisse von den Lebensträumen hierzulande nicht.

Was stünde bei Ihnen ganz oben auf der Liste? Was würden Sie in Ihrem Leben unbedingt noch gern erleben, erwerben oder erreichen? Bestimmt fällt ihnen so manches ein. Aber – Lebensträume hin oder her – wirkliche Sehnsucht, die hat man vermutlich nach etwas ganz anderem: nach einem Menschen, den man liebt, nach Geborgenheit, nach einer vertrauten Landschaft, nach einer Zeit ohne Schmerz und Krankheit und manchmal auch nach dem Tod. Andere sehnen sich nach Erfüllung im Beruf, nach weniger Sorgen oder nach einer Beziehung, die doch ein für alle Mal gescheitert ist. Gäbe es fürs Menschsein einen Beipackzettel, so wäre die Sehnsucht eine der am häufigsten genannten Nebenwirkungen.

Manchmal ist sie lästig, die Sehnsucht, und wir sehnen uns nach einem Leben ohne sie. Denn in vielen Fällen bleibt das Ziel der Sehnsucht unerreicht. Und unerfüllte Sehnsucht schmerzt. Zuweilen stößt man auf ganz und gar sehnsuchts-lose Menschen. Ich denke an die, die sich immunisiert haben gegen alles, was sie aus dem Konzept bringen könnte. An die, für die Sehnsucht das Eingeständnis wäre, dass doch nicht alles perfekt ist in ihrem Leben. An die – wie man so schön sagt – die im Leben alles erreicht haben oder dies zumindest annehmen. Menschen, die nichts mehr vermissen und sich vielleicht auch nicht einmal mehr darüber wundern, dass doch nicht alles gut ist.

Doch für die meisten Menschen ist ein auf Dauer sehnsuchtsloses Leben nicht zu ertragen. Denn kaum ein anderes Gefühl hält so lebendig, wie die Sehnsucht. Sie beflügelt. Sie macht uns kreativ. Sie will, dass sich etwas verändert, verbessert, heil wird – so irrational dieser Wunsch mitunter auch sein mag. Menschen, denen die Sehnsucht abhanden gekommen ist, sehnen sich oft sehr nach ihr. Sehnsüchtig bleiben die einen wie die anderen.

Eine besonders starke Form von Sehnsucht heißt Glauben. Es gibt Zeiten im Leben, in denen diese Sehnsucht brennt, aber auch Zeiten, in denen sie ganz fremd ist, vergessen. Es gibt Menschen, denen diese Sehnsucht immer schon fremd war. Und es gibt auch Menschen, die keine Sehnsucht mehr spüren, weil sie sich so sicher sind in ihrem Glauben.

Drei Worte für diesen Tag, nur drei Worte, aber „Ich liebe Dich“ sind ja auch nur drei Worte – was hat das schon zu sagen? Drei Worte können eine Welt verändern. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber die drei Worte, sind – das behaupte ich jetzt einfach mal – ein Gebet. Nein, ich meine nicht: „Gott hilf mir“, oder: „Herr, erbarme Dich“, oder: „Gott sei Dank“ oder „Dein Wille geschehe“, nein, die drei Worte lauten – und vielleicht kommen sie Ihnen, weil so ungewohnt, gerade deshalb ganz federleicht über die Lippen – sie lauten: Gott fehle mir!

Kommen Sie gut in den Tag! – Ihre Katharina Klöcker aus Münster

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