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Kirche in WDR 2 | 28.07.2014 | 05:55 Uhr

Fest des Fastenbrechens

Schon beim Zuhören läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Meine muslimische Freundin Fadime erklärt, wie sie Baklava macht. Gehackte Walnüsse, Blätterteig, Butter, gemahlene Pistazien und zum Schluss zuckersüßer Sirup drüber.

Fadimes Familie hat wie viele andere Muslime in Nordrhein-Westfalen jetzt seit 30 Tagen gefastet. Heute beginnt das Fest des Fastenbrechens. Dazu gehört für viele von ihnen traditionell selbstgemachtes Baklava. Wer die süßen, nussigen Teile schon mal gegessen hat, kann sich vorstellen, warum.

Ab heute feiern Muslime drei Tage lang, dass sie den ganzen Ramadan gefastet haben. Sie nennen ihn den „Sultan“, den „heiligen Monat“. Beim Feiern geht es aber nicht nur um Baklava. Es geht auch um Respekt vor Älteren. Die muslimischen Kinder gehen heute zu ihren Verwandten und Nachbarn, um ein gesegnetes Fastenbrechen zu wünschen. Sie küssen dabei eine Hand der Leute und führen sich diese an die eigene Stirn.

Dieser Moment zwischen den Jungen und den Alten, er steht für Respekt vor der Erfahrung des Gegenübers.

Im Koran steht dazu: „Wenn deine Eltern alt geworden sind, darfst du nicht mal ‚Uff‘ zu ihnen sagen oder sie beschimpfen. Du sollst nur schöne, sanfte Dinge zu ihnen sagen.“

Vater und Mutter ehren – das ist auch ein christliches Gebot.

Ehren hat immer auch damit zu tun, dass ich den anderen achte, ihn respektiere.

Irgendwie ist „Ehre“ etwas Natürliches, das einfach angebracht erscheint: „Das ist doch Ehrensache“ sagt man, wenn man jemandem wie selbstverständlich geholfen hat. Ich gebe mein Ehrenwort, wenn ich etwas wirklich aufrichtig meine.

Und es gibt ja auch noch die Ehr-Furcht, die ich vor Gott habe. Ich ehre und fürchte ihn zugleich. Ich habe keine Angst vor ihm, aber ich achte ihn mehr als alles andere. Für Goethe ist die Ehrfurcht der Angelpunkt der Welt, Ehrfurcht gegenüber der Natur, dem Mitmenschen und Gott.

Wenn ich das Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren“ so betrachte, wird mir schnell klar: Ich muss nicht alles gutheißen, was meine Eltern tun, aber sie haben in ihrem Leben viel in Kauf genommen, um mich großzuziehen. Allein dafür erweise ich ihnen großen Respekt. Ich ehre ihre Erfahrung, ihren Mut und ihr Leben, aus dem ich entstanden bin.

Wenn also heute Muslime ihren Eltern zum Fastenbrechen die Hand küssen, dann geschieht das in dem Wissen, dass sie den Eltern viel zu verdanken haben.

Allen, die heute das Fest des Fastenbrechens begehen, wünsche ich von Herzen „Ramadan mubarak!“, gesegnetes Fastenbrechen. Allen übrigen wünsche ich einen schönen Sommertag, ehr-lich.

(Copyright Vorschaubild: wikipedia)

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