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Kirche in WDR 2 | 04.04.2014 | 05:55 Uhr

Flüchtlinge zerschellen an der Festung Europa

O-Ton: Als die Grenzen zwischen Ost und West fielen, da hätte ich mir nie träumen lassen, dass an unseren Grenzen nach wie vor so viele Menschen sterben würden. Und das ist glaube ich etwas, was man sich klar machen muss, die EU-Außengrenzen, das sind unsere Grenzen.

Autorin: Zehntausende Männer, Frauen und Kinder zerschellen an den Grenzen der Festung Europa. Und wir sind mit verantwortlich, meint Kirchenrat Rafael Nikodemus, in der evangelischen Kirche im Rheinland zuständig für Asyl- und Flüchtlingsfragen. Über sechs Meter hoch sind die Stacheldrahtzäune in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika an der Grenze zu Marokko.

O-Ton: Die spanischen Behörden haben jetzt diese Zäune mit Stacheldraht versehen, der messerscharf ist, und dieser wird nun noch befestigt mit dünnen Perlonschnüren, mit dem Ziel, dass wenn jetzt Flüchtlinge versuchen dort hochzusteigen, dass die reißen…

Autorin: und sie in den Stacheldraht hineinfallen, berichtet Hans-Joachim Schwabe aus dem evangelischen Kirchenkreis Jülich. Zehntausende Flüchtlinge kommen aus der Subsahara-Afrikas oder Asien in Marokko an. Viele von ihnen campieren in den Wäldern um Oujda nahe der algerischen Grenze in selbst gebauten Zelten. Bis die Polizei kommt und sie abholt, um sie im Grenzgebiet zu Algerien auszusetzen. Frauen mit ihren Neugeborenen...

O-Ton: … werden dann festgenommen und werden alle einzeln nachts ausgesetzt, man nimmt ihnen immer weg die Schuhe, man nimmt ihnen weg Essbares, Trinkbares. Manchmal werden sie völlig nackt in der Wüste ausgesetzt. Die Schuhe werden ihnen immer deshalb weggenommen, weil man hofft, dass in dieser steinigen Wüste sich die Füße so verletzen, dass sie nicht weiterlaufen können und dann bedeutet das den sicheren Tod.

Autorin: Ein Skandal. Flucht ist ein Menschrecht. Die Evangelischen Kirchen protestieren entschieden gegen eine europäische Flüchtlingspolitik, die das fortdauernde Massensterben an den EU-Außengrenzen zulässt. (1) Warum aber nehmen Menschen diese gefährlichen Wege auf sich?

O-Ton: Menschen fliehen natürlich aus unterschiedlichsten Gründen. Als Theologe habe ich es ja viel mit der Bibel zu tun und die Bibel ist eigentlich ein Buch der Migration. Und all die Formen von Flucht und Wanderung, die wir heute kennen, gibt’s dort auch: Klimakatastrophe, Hunger, Unterdrückung.

Autorin: Aber auch Krieg und Bürgerkrieg.

O-Ton: Es geht darum, dass Menschen ihre Existenz in ihrem Land nicht mehr sichern können. Das sind ja teilweise strapaziöse Wege über mehrere Jahre, bei Frauen manchmal mit Vergewaltigungserfahrungen, mit verschiedenen anderen schrecklichen Vorfällen. Das ist wirklich ein letzter Ausweg, um einer noch schlimmeren Situation zu entrinnen.

Autorin: Und so fordern die Evangelischen Kirchen zum Beispiel die Aufnahme von mehr syrischen Flüchtlingen aus humanitären Gründen (2) und insgesamt eine geregelte Zuwanderung, die es erlaubt, legal nach Deutschland zu kommen. Denn:

O-Ton: Das Wichtigste ist, dass das ein Ende findet. Und wir aufhören unseren Wohlstand durch die Abschottung einfach retten zu wollen. Wir alle laden damit uns eine Schuld auf, mit der wir eigentlich nicht leben können.

(1)Synode der EKiR 2014:

http://www.ekir.de/www/ueber-uns/landessynode-17393.php

http://www.ekir.de/www/service/synode-beendet-17491.php

http://www.ekir.de/www/downloads/EKIR_Vierter_Bericht_Fluechtlingsproblematik_an_den_EU_Aussengrenzen.pdf

(2)http://www.evangelisch-in-westfalen.de/fileadmin/ekvw/dokumente/nachrichten/13_08_23_Offener_Praesesbrief_an_Gemeinden.pdf

http://www.evangelisch-in-westfalen.de/presse/ansicht/artikel/fuer-schnelle-unbuerokratische-hilfe.html

EKiR: 500.000 Euro stellte die rheinische Landessynode im Januar 2014 für die Flüchtlingsarbeit zusätzlich zur Verfügung: zur Hälfte für Flüchtlingsarbeit im Bereich der rheinischen Kirche und zur anderen Hälfte für Hilfsprojekte mit ökumenischen Partnern in den Krisenregionen am Rande der Europäischen Union.

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