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Kirche in WDR 2 | 23.10.2014 | 05:55 Uhr

Flügel verleihen und Berge versetzen

Red Bull verleiht keine Flügel. Und weil das so ist, die Werbung aber genau das Gegenteil verspricht, ist ein US-Amerikaner vor Gericht gezogen. Der Getränkehersteller hat ihm dann 10 Millionen Euro hingeblättert, um weiteren Streit zu verhindern. Als ich das hörte, habe ich nicht mit den Flügeln, sondern mit den Ohren geschlackert: so eine hohe Summe als Vergleich finde ich irgendwie abartig! Aber vor Gerichten in den USA ist so etwas möglich. Da kann man es genau nehmen mit Versprechen – sogar utopischen – die nicht eingehalten werden.

Und dann ich hab mir an die eigene Nase gefasst, als jemand, der im Radio über seinen Glauben spricht. Es ist doch so: Religionsvertreter lassen sich schnell zu großen Aussagen hinreißen. Das große, übertriebene Versprechen ist eine Gefahr für jede Religion. Und wenn sie das gibt, dann kann sie schnell das Entscheidende verlieren: ihre Glaubwürdigkeit.

Daher denke ich: Große Versprechen sind mit Vorsicht zu genießen, gerade in Sachen Religion. Aber heißt das jetzt, dass Religion per se Quatsch ist? Ein utopisches Versprechen? Das wird jeder selbst entscheiden müssen in seinem Leben und das haben Sie vielleicht schon für sich entschieden.

Ich kann für mich jedenfalls sagen, dass ich weiter glaube. Und obwohl ich weiß, dass auch genau das Gegenteil passieren kann, denke ich: der Glaube kann helfen, das Beste im Menschen hervor zu bringen. Glaube kann Berge versetzen. Moment, können Sie jetzt sagen: das ist genau so ein steiler Satz wie das Versprechen, dass eine Brause Flügel verleiht: irgendwie utopisch. Und ich könnte es mir leicht machen und mir den Satz hier im Radio verkneifen. Aber für mich ist der Glaube eine Kraftquelle. Zugegeben: Ich habe noch keine Berge versetzt – man sollte den Satz vielleicht auch nicht allzu wörtlich nehmen. Aber ich erkenne immer wieder Spuren in meinem Leben, wo ich durch den Glauben getragen wurde, wo ich Kräfte mobilisieren konnte, die ich eigentlich in dem Moment nicht hatte. Und noch etwas: Ich denke bei diesem Satz auch an die Menschen, die vor 25 Jahren bei den Montagsdemos in der DDR auf die Straßen gegangen sind. In den Kirchen hatte das damals angefangen. Als die Berliner Mauer gefallen war, soll ein Stasi-Funktionär gesagt haben: „Wir hatten mit allem gerechnet, aber nicht mit Kerzen und Gebeten“. Mir zeigt das: Menschen können aus ihrem Glauben heraus beflügelt werden, Großartiges zu tun: Mauern zu Fall zu bringen, Grenzen zu überwinden und Feinde zu Freunden zu machen. So ein Glaube kann Berge versetzen - und an diesem Versprechen möchte ich festhalten.

Copyright Vorschaubild: jinterwas CCBY 2.0 flickr

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