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Kirche in WDR 4 | 21.05.2018 | 08:55 Uhr

Freie Fahrt

„Ich werde dann gleich einfach hinter dir weggehen“ sagt der Opa zu dem Jungen, der sehr angespannt auf dem noch etwas zu großen Fahrrad sitzt.

Heute Nachmittag haben sie endlich die Stützräder abgeschraubt, diese peinlichen Dinger …. Darauf hat er sich gefreut, bestimmt zwei Wochen lang.

Sie wollen nämlich, zusammen im Sommer, eine richtige Fahrradtour machen „unsere große Tour“ wie sie immer sagen – und bis dahin muss er natürlich ohne Stützräder fahren können.

Aber jetzt als sie abgeschraubt wurden, da war ihm doch mulmig geworden und so waren sie dann – er und der Opa – eine zeitlang im Schritttempo die Straße auf- und abgegangen; er auf dem Fahrrad und Opa hinter oder neben ihm gehend.

Zuerst da hatte er noch seinen festen Griff an den Schultern gespürt, aber seit ein paar Runden da sah er – wenn er sich hastig umblickte – die Hand des Großvaters nur noch am Gepäckträger. Und jetzt dieser Satz, das jagt ihm Angst ein ...

Es gibt Momente, da gibt es kein Weiterkommen ohne ein Loslassen und ein Losgelassen Werden – und das nicht nur beim Radfahren. Erst im Verzicht aufs bequeme Sich Dranhängen wird etwas wirklich zu deiner Sache; erst wenn du mehr wagst, als einfach nur mitrollen, kannst du erfahren, was du selbst kannst, und genauso, und gerade dann werden eigene und neue Wege mit anderen möglich

„Es ist gut für Euch, dass ich weggehe ...“ sagt Jesus einmal zu seinen Freunden - und die sind nicht sehr begeistert, warum sollten sie auch.

Ein Religionsgründer ohne Nachfolgeregelung. Ein Weltenretter, der sich unsichtbar macht. Ein Erlöser, der auf Distanz geht. Ein Vorbild, das sich zurückzieht.

Kein Grund zum Feiern, sollte man meinen. Oder doch?

An Pfingsten feiern Christinnen und Christen den Geist Gottes. Und das ist ein Geist, der den Menschen viel zutraut.

Es ist ein Geist, der uns hineinlockt in Gottes Geschichte und in die Geschichte von Jesus Christus; nicht als staunende Zuschauer und stumme Bewundrer und schon gar nicht als blinde Vollstrecker sondern als echte Partnerinnen und Partner mit eigenem Mut und eigener Klugheit, mit eigener Liebe und eigenen Ideen, mit eigener Treue und eigenen Fragen und auf ganz eigenen Wegen.

An Pfingsten überrascht uns Gott mit sich selbst. Er macht sich selbstständig in uns und er macht uns selbständig im Glauben.

Ich werde jetzt gleich einfach hinter dir weggehen, sagt der Großvater zum Jungen. Und wie er so zaghaft in die Pedale tritt und denkt ob er den Opa wohl doch besser bittet, die Stützräder wieder anzuschrauben, da steht Opa schon fünfzig, fast hundert Meter hinter ihm … die er selber gefahren ist und er fährt immer noch. Opa hat wirklich losgelassen – und er, der Junge kann es wirklich. Und der Junge lacht, vor Erleichterung, vor Stolz und aus Vorfreude auf ihre große Tour, und über die Stützräder und über seine Angst ...

Wie gut es tut, so was zu können; und wie großartig, dass dir das jemand zutraut.

Jesus sagt: „Es ist gut für Euch, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe kommt Gottes Geist nicht zu Euch, wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“ (Johannesevangelium 16,7)

Einen überraschenden Pfingsttag wünscht Ihnen Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.

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