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Kirche in WDR 5 | 21.09.2018 | 06:55 Uhr

Freiheit des Geistes

Als im Mai dieses Jahres das neue Datenschutzgesetz herauskam, fühlte ich mich zunächst gar nicht wirklich davon betroffen. Was habe ich als Ordensfrau schon für Daten, die niemand wissen dürfte?! Aber ich wurde dann bald eines Besseren belehrt.

Jeder einzelne ist mit dem Gesetz gemeint und auch damit geschützt. Es war ein fiktives Beispiel, aber für mich sehr einleuchtend: Jemand lebt zufrieden in seinem Umfeld, hat, was er zum Leben braucht, liebt Blumen und Kunst, und: er braucht bestimmte Medikamente. Durch die Daten, die über ihn im Internet bekannt sind, bekommt er manipulierte Kurzmitteilungen wie: Asylanten trampeln Blumenbeete nieder, durch Fremde steigen die Medikamentenpreise – so platt, wie ich das hier konstruiere, ist es natürlich nicht. Es ist so raffiniert, dass der Betroffene gar nicht merkt, wie er gesteuert wird. Und plötzlich wird aus einem freundlichen, aufgeschlossenen Mann ein Fremdenhasser.

Welchen Nachrichten können wir noch trauen? Bei der Vielzahl der Informationen wird es immer wichtiger, genau hinzusehen, um nicht irgendwelchen Manipulationen zu unterliegen. Es klingt etwas pathetisch, aber tatsächlich: Die Freiheit unseres Geistes ist auf diese Weise in Gefahr.

Was wir aus den Möglichkeiten der Werbung schon kennen, ist um Vieles gesteigert. Ohne es zu merken, werden unsere Vorlieben gesteuert, unsere Wünsche geweckt, unsere Entscheidungen beeinflusst.

Auch in Harry Potters Zauberwelt gibt es dieses Problem. In dem Märchen von Joanne K. Rowling geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse – wie in allen Märchen. Aber mit wachsender Geschichte verlagert sich dieser Kampf immer mehr in das Innere der Menschen und kommt unserer Realität dadurch immer näher. Als Kleinkind überlebte Harry den Todesfluch des bösen Zauberers durch den Schutz der Liebe seiner Mutter. Zurückblieb ihm eine blitzförmige Narbe auf der Stirn. Sie verbindet ihn, je älter er wird, mit dem dunklen Lord, wie der böse Zauberer auch genannt wird. Harry fühlt dessen Emotionen und hat das Gefühl, durch ihn zu handeln oder umgekehrt. Diese Beeinflussung ist eine Gefahr in den Reihen der Kämpfer für das Gute, und darum soll Harry lernen, seinen Geist gegen das Eindringen von außen zu verschließen.

Eine Kunst, die auch heute für uns überlebenswichtig geworden ist. Wie können wir uns gegen Manipulation wehren? Natürlich zunächst, indem wir die Informationen, die wir bekommen, überprüfen auf ihren Wahrheitsgehalt. Aber dann auch, indem wir uns in uns selbst sammeln und sehen wo wir stehen. Mir gelingt das am ehesten, wenn ich mich vor Gott stelle im Gebet und ihm meinen Geist öffne und mein Herz. Ich glaube es so, wie es die ersten Christen schon bezeugt haben: Jesus Christus selbst ist in seiner Person Wahrheit. Und was immer gegen das Leben ist, kann vor ihm nicht bestehen. Nicht sich abkapseln vor der Welt ist die Lösung, sondern sie in eine Frage des Herzens zu wandeln vor Gott. Darin wird Freiheit lebendig.

Dass Sie Ihr Herz offen halten, das wünscht Ihnen Sr. Ancilla Röttger aus Münster.

*Joanne K. Rowling, Harry Potter und der Orden des Phönix, Hamburg 2003, S. 610.

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