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Kirche in WDR 4 | 13.01.2017 | 08:55 Uhr

Freitag der 13.

Ausgerechnet der Erfinder der Zwölfton-Musik hatte panische Angst vor der Zahl 13. Dem Komponisten Arnold Schönberg wird eine regelrechte 13-Phobie nachgesagt. Ironie des Schicksals: Seinen Geburtstag musste er an einem 13. feiern und mehr noch: Schönberg starb an einem Freitag dem 13.

Ein Datum wie heute. Und das bereitet ja auch hierzulande Vielen Unbehagen.

Woher das genau kommt? Es steht nicht ganz fest, hat aber wohl damit zu tun, dass die 13 im Christentum wie im Judentum als Unglückszahl gilt. 13 ist die Zahl nach der 12. Die 12 steht für das Vollkommene, 12 Stämme Israels, 12 Apostel, die 13 ist eben eine Zahl zu viel des Guten – und damit schlecht. Und dann starb auch noch Jesus an einem Freitag. Und damit gilt Freitag der 13. als doppeltes Pech – Aber im Grunde ist das alles Aberglauben.

Wie auch immer. Dahinter steckt letztlich eine Angst vor der Zukunft. Die ist ja immer offen und birgt damit immer auch Risiken des Scheiterns. Unheilspropheten nutzen das aus und schüren sogar diese Ängste. Da wundert es kaum, dass Menschen auch schon mal abergläubisch werden, um solche Ängste zu beherrschen.

Das kann aber auch Menschen krank machen, eben an einem Freitag, dem 13.

Laut einer Erhebung steigt da regelmäßig die Zahl der Krankmeldungen. Für diese Art von Phobie gibt es auch einen furchtbar komplizierten Namen: Paraskavedekatriaphobie.

Für mich war Freitag der 13. lange Zeit Anlass dazu, mir ein paar Rubbellose zu kaufen. Das war quasi antizyklischer Aberglaube – hat dennoch nichts gebracht. Mittlerweile bin ich da geheilt.

Aber das mit der Angst vor Zukunft kenne ich auch. Ganz besonders in dieser Zeit. Das hat weniger mit diesem Freitag zu tun, sondern mit dem Freitag in der Woche drauf: Weltpolitisch werden am 20. Januar die Weichen umgestellt, wenn dann der neue US-Präsident sein Amt antritt - so viel steht fest.

Das hat nichts mit Aberglauben zu tun, sondern mit den düsteren Vorzeichen der letzten Wochen. Donald Trump scheint unberechenbar - und das macht mir Angst.

Und ich ertappe mich bei der Frage, ob Freitag der 20. Januar 2017, einmal als düsteres Datum in die Weltgeschichte eingeht. Ob das Jahr 2017 vielleicht einmal das Jahr sein wird, wo sich vieles im Zusammenleben der Weltgemeinschaft noch mehr zum Schlechten gewendet haben wird.

Und ich merke, wie dieser Blick in die Zukunft meinen Glauben herausfordert. Denn als Christ ist mir ins Stammbuch geschrieben, an das Gute in der Zukunft zu glauben, es zu suchen und daran mitzuwirken.

Unübertreffbar hatte das vor bald 55 Jahren Papst Johannes XXIII. ausgedrückt. Da hatte mit großem Mut und unerschütterlicher Hoffnung dieses großartige 2. Vatikanische Konzil eröffnet. Wortgewaltig predigte er gegen die Angstverbreiter – auch in katholischen Reihen: „Sie reden unablassig davon, dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei.“ Und Papst Johannes XXIII. führte fort: „Wir aber sind vollig anderer Meinung als diese Ungluckspropheten, die immer das Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergang stunde.“

So schwer mir das auch fällt: Diesen Worten will ich in diesem Jahr folgen. Hoffnung wagen. Darum geht es, nicht nur an einem Freitag, den 13.

*https://de.wikipedia.org/wiki/Triskaidekaphobie

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