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Kirche in WDR 2 | 05.10.2015 | 05:55 Uhr

Freundschaft

Riesenstreit mit meiner Freundin. Seit Monaten reden wir kaum miteinander und jetzt zum ersten Mal. Zwei Stunden lang versuchen wir uns gegenseitig zu verstehen. Dabei ruhig zu bleiben, fällt mir total schwer. Und ihr offensichtlich auch.

Wir kennen uns seit dem Sandkasten. Wir haben so ziemlich alles zusammen gemacht, unendlich viele Taschentücher voll geweint, wenn die eine sich getrennt hatte oder die andere unglücklich verliebt war. Unsere Freundschaft hat Geschichte – und viele Hochs und Tiefs. Immer wieder gab es Phasen, wo wir miteinander nicht viel anfangen konnten.

Und jetzt sitzen wir da. Ich versuche zu erklären, warum ich mich zurückgezogen habe. Dabei will ich ihr nicht wehtun, aber mich auch nicht verleugnen.

Sie sagt: Wir können unsere Freundschaft neu aufbauen – ganz von vorn anfangen.

Ich sage: Können wir, aber ich glaube, die Freundschaft war immer da – auch in den Monaten, als ich mich nicht bei dir gemeldet habe.

Sie ist anderer Meinung: Freundschaft gibt es nur, wenn man sich füreinander interessiert. Und wenn man sich füreinander interessiert, dann meldet man sich.

Wir reden darüber hin und her. Irgendwann sagt sie: Okay, vielleicht hast du einfach ein spirituelleres Verständnis von Freundschaft.

Erst verstehe ich nicht, was sie meint. Aber dann denke ich: Ja, das stimmt. Ich würde es zwar anders nennen, aber ja: Ich gehe davon aus, dass es zwischen uns eine Verbindung gibt, auch wenn ich mich nicht melde. Man kann jemanden gern haben und sich trotzdem fernhalten.

Bei unserer Freundschaft ist das auch so: Ich vertraue einfach darauf, dass es für uns einen guten Weg gibt. Wie der aussieht, weiß ich nicht. Ob wir wieder zusammenfinden, weiß ich auch nicht.

Aber: Ich vertraue ja auch darauf, dass Gott mich hält. Ich glaube an seine Zusage: „Du bist okay, auch wenn du Scheiße baust.“

Das ist kein Freibrief, sich andern gegenüber mies zu verhalten. Im Gegenteil: Als Christin soll ich mein Bestes geben für und mit anderen.

Aber wenn das mal nicht reicht, kann ich darauf vertrauen, dass Gott mich annimmt: Mit all meinen Fehlern und auch wenn ich bei ihm länger mal nicht melde.

Und deshalb glaube ich auch an diese Freundschaft, bei der es grad nicht so gut läuft.

Copyright Vorschaubild: nl22co CCBY 2.0 flickr

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