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Kirche in WDR 3 | 14.08.2017 | 07:50 Uhr

Friede sei mit Dir!

Guten Morgen!

Es gibt so Dinge im Gottesdienst, die kommen selbst mir als Pastor komisch oder fremdartig vor. Da soll man aufstehen, seinen Nachbarn die Hand geben und sich gegenseitig „Friede sei mit Dir“ wünschen. Ich finde das immer ein bisschen künstlich. Weil man den Nebenmann vielleicht gar nicht kennt. Weil man eigentlich grad gar nicht so auf Tuchfühlung miteinander gehen will.

Vielleicht sind das Gründe, warum der Friedensgruß in Gottesdiensten immer mehr verschwunden ist. Das Wort „Friede“ klingt vielleicht auch einfach zu groß, zu abgegriffen – und wurde auch schon zu oft missbraucht. Man bevorzugt beim Grüßen eine gewisse Distanz und sagt lieber „Morgen“, „Moin“, „Tach auch“ oder „Hallo“ – und nur noch selten das mehr süddeutsche „Grüß Gott.“ Aber es gibt Momente, in denen ich mir ausdrucksstärkere Worte wünsche. In Gesprächen und Begegnungen, die mich tief bewegen. Wo Menschen mir von ihren Lasten erzählen. Von dem, was schwierig ist und vermutlich auch schwierig bleiben wird. Wo ich dem anderen mehr gönne und mehr sagen will als nur „Ich wünsch dir was!“ Etwa so: „Ich wünsche Dir mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Dass Du heute noch ein gutes, freundliches Wort von jemandem hörst. Gott verscheuche Dir die dunklen Gedanken, er tröste Dich da, wo Menschen es nicht schaffen. Hab Mut! Lass es Dir gut gehen! Gott gebe Dir Kraft und Zuversicht und ein fröhliches Herz. Gott halte schützend seine Hand über Dich, Dein Haus und Deine Familie.“

„Friede sei mit Euch“, sagte Jesus als erstes, als er sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngern zeigte. Weil sie zu Recht erschrocken waren – schließlich stand der gekreuzigte und verstorbene Jesus plötzlich wieder vor ihnen. Seinen Jüngern gibt Jesus die Anweisung: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes `Friede diesem Haus.“ Für mich ist das bei Hausbesuchen eine echte Entlastung, wenn ich an der Tür klingele und denke: „Friede sei mit diesem Haus!“ Ich stehe unter keinem Druck, den Besuchten etwas verkaufen zu müssen. Ich werde einfach da sein. Und erlebe oft: Wo ich dem Haus Frieden wünsche, haben starke Gefühle einen Platz: Trauer, Schmerz, Heimweh. Ebenso die Freude, die Lust und das Genießen. Zufrieden mit sich und anderen sein, gesättigt, mangellos, be-friedigt sein – all das drückt sich in diesem Wunsch nach Frieden aus. Gott gönnt mir und anderen das.

An anderer Stelle sagt Jesus seinen Jüngern: „Euren Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ (Johannes 14,27) Ich verstehe Jesus so: Was mir Frieden und Freude gibt, weiß ich und kann ich mir oft selbst organisieren oder schenken lassen. Aber den Frieden, der mir auch in starken Belastungen das Gefühl gibt: Ich bin in Gott geborgen. Er hält mich und trägt mich und geht mit mir – diesen Frieden will Gott mir auch noch hinzu geben. Einen Frieden, der mir mehr Sicherheit gibt als mein Ansehen, das Gesparte oder eine Versicherung. Einen Frieden, der auf Gewalt verzichtet, mit dem ich sogar Feinde lieben kann. Einen Frieden, größer als die Vernunft, größer als ich mir denken und vorstellen kann. Diese Art von Frieden kann ich mir nicht selber machen, der kommt von Gott. Diese Form von Frieden kann ich Menschen, die ich besuche, nicht einfach in Dosen mitbringen. Aber ich kann ihn von Gott erbitten – und anderen wünschen.

Friede sei heute mit Ihnen,

Ihr Pastor Sebastian Begaße aus Dortmund.

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