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Radiogottesdienst | 31.10.2014 | 10:00 Uhr

Fromm und Politisch. Evangelische Sendung zum Reformationstag

(Internetfassung ohne Musik)

O-Ton Käßmann: Das zentrale Anliegen der Reformation ist für mich die Freiheit des Einzelgewissens. Du darfst denken, Du sollst sogar fragen! Mach Dir selbst ein Bild und handle dann nach Deinem Gewissen! (…) Wenn Du selbst frei denken darfst, dann kannst Du etwas verändern und kannst für Deine Überzeugung einstehen.

Autor: Mit Leidenschaft wirbt Margot Käßmann für dieses Anliegen der Reformation: die Freiheit des Einzelnen. Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland ist heute die Botschafterin ihrer Kirche für das Reformationsjubiläum im Jahr 2017.

Prominente Christinnen und Christen in der Politik antworten ganz ähnlich, wenn es darum geht, was sie zuerst mit der Reformation verbinden. Zum Beispiel Thomas de Maizière, der Bundesinnenminister.

O-Ton de Maizière: Ich finde immer am beglückendsten für mich, das, was ich mit der Reformation und Luther verbinde, ist die Freiheit des Christenmenschen, die auf der ganzen Welt gelten sollte und die nicht nur ein Geschenk, sondern auch ein Auftrag ist, dafür streite ich überall und das ist sozusagen der Grund auch meiner politischen Zuversicht.

Autor: Guten Abend, liebe Hörerin, lieber Hörer, am heutigen Reformationstag. Mein Name ist Titus Reinmuth, ich bin Rundfunkpfarrer (aus Wassenberg).

Wie hängt das zusammen, die Freiheit eines Christenmenschen und das politische Engagement, der Glaube und das Tun? Können sich Menschen besonders gut für andere einsetzen, weil sie Christen sind? Zum Beispiel für Flüchtlinge, die unter die Räder kommen. Oder für Familien, die in die Armut abrutschen. Oder für alte Menschen, die allein sind und pflegebedürftig. Was ist der Auftrag der Kirche, wenn es darum geht, Politik zu machen? Darf sie das? Muss sie das? Was treibt sie dazu an und wo gehört sie dann hin?

„Reformation und Politik“ – darüber ist die Evangelische Kirche in diesem Jahr mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. Ein ganzes Themenjahr hat sie dazu gestaltet. Denn was damit begann, dass Martin Luther seine Thesen der Freiheit 1517 in Wittenberg öffentlich machte, das hat Folgen gehabt, nicht nur für die Entwicklung der Kirche.

Musik 1: Till Brönner, Bumpin

Autor: Freiheit. Sich ein eigenes Bild machen, eigene Entscheidungen treffen, die eigene Meinung frei äußern können, das ist ein hohes Gut. Was für viele heute selbstverständlich ist, wurde mit der reformatorischen Bewegung vor 500 Jahren erst errungen. Und bis heute müssen Menschen an vielen Orten dafür streiten. Eine, die das selbst erlebt hat, ist Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Bundestag.

O-Ton Göring-Eckardt: Völlig klar, ich bin ja in der DDR groß geworden, und deswegen ist für mich die Freiheit nicht nur das, wonach ich mich gesehnt habe und wofür ich gekämpft habe, sondern auch das, wofür ich immer wieder kämpfen und streiten werde.

Autor: Sie kann sich noch gut erinnern, wie das war, vor mehr als 25 Jahren, noch vor dem politischen Umbruch in der ehemaligen DDR, als sie evangelische Theologie studierte:

O-Ton Göring-Eckardt: Dass ich frei denken konnte, dass ich auch die Gelegenheit hatte, die privilegierte Gelegenheit zu lesen und Informationen zu bekommen über das hinaus, was der Staat wollte, dass ich die Möglichkeit hatte, mit Freunden und mit Freundinnen auch mal frei zu reden, …

Autor: … das hat die Grünen-Politikerin bis heute geprägt.

O-Ton Göring-Eckardt: In der Politik ist das manchmal gar nicht so unwichtig, auch mal einen persönlichen Schritt zu gehen, auch mal aus der Gruppe herauszutreten, Gesicht zu zeigen und zu sagen: So, hier bin ich jetzt, und ich hab diese Idee, und wollt Ihr nicht dabei sein?

Autor: Solche Freiheit zu ergreifen, das geht nicht ohne Vertrauen auf Gott, meint Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

O-Ton Rekowski: Ich bin als Mensch, so wie ich bin, jemand, der Stärken hat, der Schwächen hat, mein Leben ist auch ein Auf und Ab, und zu wissen, ich muss nicht erstmal mir ne Position erarbeiten, sondern von Gott trennt mich nichts, kein Gedanke, den ich denke, keine Tat, die ich tue, auch keine Frage, die ich stelle, da, finde ich, weht dann auch der Geist der Freiheit, der sich für mich mit Reformation verbindet.

Autor: Und dieser Geist der Reformation prägt unsere Gesellschaft. So sieht das auch Hannelore Kraft, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin:

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