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Kirche in WDR 2 | 28.08.2014 | 05:55 Uhr

Gähnen in der Kirche

Ich gestehe: Ich gähne in der Kirche. Manchmal. Nicht immer. Meistens liegt es nicht an der Predigt, sondern an mir. Weil ich in einer Kirche irgendwie gut zur Ruhe komme, mich regelrecht entspanne. Vor zwei Jahren hatte ich da einen Rekord. Es war Gründonnerstag und ich hatte eine anstrengende Zeit hinter mir. Obwohl ich schon eine halbe Woche Urlaub hatte, war ich immer noch nicht den Stress richtig los. Dann, abends in der Messe, fing ich auf einmal an zu gähnen und konnte gar nicht mehr aufhören. Geschätzte 40 mal. Danach war ich endlich entspannt, auch wenn’s zwischenzeitlich ein bisschen peinlich war in der vollen Kirche. Keine Ahnung, was die Leute um mich herum wohl dachten … aber wie gesagt: ich gähne nicht aus Desinteresse, sondern aus Tiefenentspannung.

Und ich weiß: Vielen geht das ähnlich, z.B. im Sommerurlaub. Da gehen sie gerne mal in eine möglichst leere und kühle Kirche hinein und setzen sich da einige Zeit hin, um Abkühlung, Beruhigung, Verlangsamung und vielleicht den Hauch des Heiligen zu spüren. Da fahren sie dann so ein bisschen runter und - wer weiß – gähnen vielleicht auch mal herzhaft. Da denke ich oft an das Wort Jesu, der sagte: „Kommt alle zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

Gut: Ich bin katholisch sozialisiert. Und manche schütteln jetzt den Kopf und denken: Da kann ich mir aber bessere Orte zum Entspannen vorstellen als in der Kirche. Und das womöglich noch Sonntagsmorgens. Im Bett, mit der Zeitung am Frühstückstisch, beim Spazieren im Wald, beim Dösen am See. Das nehme ich alles übrigens auch gerne mit. Aber wenn ich im Gottesdienst bei dem einen Gott bin, kann ich eines noch besonders gut: Abschalten von all den anderen Göttern, den Göttern des Alltags. Die heißen: Geldverdienen, erreichbar sein, viel erleben, beliebt und beachtet sein. Sonntags nehme ich da den ein oder anderen guten Gedanken für die Woche mit. Zum Beispiel den: „Macht euch keine Sorgen um euer Leben, ob ihr etwas zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, ob ihr etwas anzuziehen habt! Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib ist mehr als die Kleidung!“ Das relativiert Vieles, was mich im Alltag beschäftigt. Und entspannt mich sonntags morgens zusätzlich.

Kirchenbesuch, gerne auch am Sonntagmorgen, ist daher in regelmäßigen Abständen für mich wichtig. Muss ich hin. Nicht nur zum Gähnen, aber manchmal eben schon.

(Copyright Vorschaubild: Zufall2010 CCBY 2.0 flickr)

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