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Sonntagskirche | 21.08.2016 | 08:55 Uhr

Gamescom-Finale

Guten Morgen.

Ich weiß ja nicht, in welcher Situation ich Sie gerade antreffe. Vielleicht im Morgenmantel in der Wohnung unterwegs, am Frühstückstisch sitzend, im Bad oder im Auto auf dem Weg zu einem Besuch oder einer Veranstaltung. Wenn das so ist, zählen Sie kaum zu der Klientel, die sich seit vergangenen Donnerstag in Köln trifft. Die weltgrößte Messe für Computerspiele, die „Gamescom“ läuft, zieht seit drei Tagen hunderttausende vor allem junge Menschen in die Domstadt.

Das Hochfest der Spiele-Industrie präsentiert immer leistungsfähigere Computer und Konsolen mit immer raffinierteren Programmierungen. Wer will, kann heute vollkommen eintauchen in virtuelle Welten, Gegebenheiten also, die nur im Gerät und auf dem Bildschirm existieren. Ausgestattet mit entsprechenden 3D-Brillen können sich die Spieler inzwischen selbstverständlich in diesen fantastischen Welten bewegen, die Programmierer und Designer sich erdacht haben und die scheinbar keinerlei Grenzen kennen. Sie können über fremde Planeten spazieren, auf der Flucht vor Straßen-Gangs durch kriminelle Stadtviertel rennen oder sich durch einen Dschungel mit Pflanzen schlagen, die es in keinem Botanik-Buch gibt und die nur der Phantasie ihrer Erfinder entsprungen sind.

Der besondere Kick bei diesen Spielen: Die Gamer können sich alleine oder auch in Gruppen, vernetzt mit Menschen irgendwo auf der Erde, durch diese Welten bewegen und in andere Rollen schlüpfen. Viele Spiele sind sogar darauf angelegt, seine wahre Identität zu verbergen und gegen eine virtuelle auszutauschen. Viele verlassen dann irgendwann das Spiel, finden aber ihre Spiel-Identität so faszinierend, dass sie diese im realen Leben mit entsprechender Kostümierung fortsetzen. Und so scheint es in Köln in diesen Tagen auf manchen Straßen und Plätzen so, als ob der Rosenmontag sich auf vier Tage im August ausgedehnt hätte.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Zu keiner Zeit im Jahr, außer am Rosenmontag, gibt es mehr vor allem junge Menschen, die in der Domstadt unterwegs sind, um an bestimmten Treffpunkten, ob auf der Messe oder an anderen Punkten in der Stadt, in ihre kostümierten, virtuellen Welten einzutauchen und Abenteuer zu bestehen.

Mit dieser Information im Hintergrund haben sich einige Menschen zusammengefunden, die den „Gamescom“-Besucherinnen und Besuchern eine ganz andere, für sie vielfach fremde, wenn auch äußerlich sehr präsente Welt zu erschließen: Den Kölner Dom.

Mit Ton- und Lichtinstallationen außen und im Dom war das Bestreben der Macher, die Besucherinnen und Besucher der Stadt neugierig auf diese „Welt Dom“ aufmerksam und neugierig zu machen. Vielfach wurden Bereiche im wahrsten Sinne des Wortes „beleuchtet“, die sonst eher im Dunkeln der gewaltigen Kathedrale liegen. Und das auch zu Zeiten, in der Computerspieler meist hellwach ihrem Hobby nachgehen: Mitten in der Nacht, wenn der Dom für gewöhnlich verschlossen ist. Einige tausend Menschen haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht und sind in die fantastische Welt „Kölner Dom“ eingetaucht. Darunter auch viele Menschen, die den Dom schon lange kennen, ihn schon oft besucht und dort Gottesdienste mitgefeiert haben. Und doch: Viele Facetten dieses faszinierenden Bauwerks wurden erst jetzt neu sicht- und erfahrbar. Das hat viele Besucher fasziniert und gleichermaßen begeistert. Und – so haben viele es formuliert: Es hat gut getan, sich auch einmal in dieser fast unbekannten Welt zu bewegen und sie zu erschließen.

Schon immer waren Kirchen und gerade die Kathedrale eine Art andere Realität als die Welt um sich. Die Baumeister des Kölner Doms wollten ein Stück Himmel auf Erden bringen, einen Ausblick geben auf das Paradies, das „Himmlische Jerusalem“.

Es müssen also nicht immer Hochleistungs-Rechner und –Konsolen mit den letzten technischen Raffinessen sein. Manchmal genügt auch nur der Mut, sich auf eine solche neue Welt, die oft gleich nebenan real existiert, einzulassen.

Vielleicht wagen Sie das heute einmal – im Kölner Dom oder in ihrer Kirche um die Ecke oder im Dorf. Viel Freude beim Entdecken und erobern „neuer Welten“ wünscht ihnen Ulrich Clancett aus Jüchen.

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