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Kirche in WDR 3 | 27.06.2018 | 07:50 Uhr

Ganz krumm in der Welt unterwegs

Guten Morgen. Schauen Sie doch einmal auf die Vorbeigehenden in ihrer Fußgängerzone: Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie viele Menschen mit

der Nase fast bis auf die Erde stoßen, so gebeugt, wie sie gehen?

Mir ist das erst letztens wieder aufgefallen, bei einer Einkaufstour durch die Kölner Schildergasse bei der Pause in einem Straßencafé. So viele gebeugte Menschen. Und nicht nur ältere, denen man die Last des Lebens gewissermaßen abnehmen würde. Junge Menschen – ganz krumm – und das, obwohl viele von ihnen kein Smartphone in den Händen halten...

Ich habe mich gefragt: Welche Lasten die wohl zu tragen haben? Was die wohl so niederdrückt?

Es ist keine Minderheiten-Meinung irgendwelcher Alternativ-Mediziner - die meisten ihrer Zunft sind der Meinung, dass eine gekrümmte Haltung nicht unbedingt nur etwas mit Rückenproblemen zu tun hat. Die psychische Komponente spielt eine wesentliche Rolle bei der Körperhaltung.

Also: Was drückt diese Menschen nieder, an welchen Lasten tragen sie so schwer? – Sicher: Jeder hat da seine eigenen, ganz individuellen Probleme. Die Angst vor einer Klausur oder Prüfung kann niederdrücken genauso, wie die Probleme in einer Partner-Beziehung. Finanzielle Probleme, der sorgenvolle Blick in die Zukunft, ein aktuelles Problem wie eine drohende oder bestehende Arbeitslosigkeit kann niederschlagen. Das Feld der niederdrückenden Probleme ist unüberschaubar groß geworden – jede Generation hat einen Teil an diesem Feld, der scheinbar immer größer wird.

Sicher ist für mich aber auch: Es gibt eine befreiende Botschaft, die vielleicht noch nicht genug durchgedrungen ist. In der Bibel sagt Jesus sie uns: Richtet euch auf! Erhebt eure Häupter – eure Erlösung ist nahe!

Ja, das ist für mich die eigentlich befreiende Botschaft des Christentums: Wir sind keine Würmer, die vor Ehrfurcht und Angst irgendwo im Staub herumkriechen müssen. Wir dürfen aufrecht und gerade vor Gott stehen – auch wenn in unserem Leben so manches krumm und schief läuft. Auch, wenn wir uns die niederdrückenden Probleme selbst zuzuschreiben haben – egal: Richte dich auf! Auch wenn es scheinbar keinen Ausweg aus einer Sackgasse des Lebens gibt: Richte dich auf! Auch wenn wirtschaftliche Not übergroß und unüberschaubar wird: Richte dich auf!

Klar: das geht nicht so einfach mit dem Aufrichten. Da braucht es helfende Hände. Und ich meine nicht nur Chiropraktiker. Ich meine Mitmenschen, die aus ihrer Haltung heraus andere aufrichten. Und ganz oft speist sich diese Haltung aus der Zusage, von Gott erfahren zu haben: Er ist mit mir auf Augenhöhe. Er lässt mich aufrecht stehen. Nur auf unserer Seite mangelt es immer mal wieder etwas an der nötigen Geduld...

Das Schöne an der ganzen Geschichte ist: Wir dürfen diese frohe Nachricht nach Herzenslust weitererzählen. Jeder darf sie wissen, ob getauft oder ungetauft, groß oder klein, jung oder alt: Richte dich auf – deine Erlösung ist nahe! Erzählen sie doch einfach heute davon. Und vielleicht sind sie ja auch morgen wieder dabei. Bis dahin einen guten Mittwoch. Ihr Pfarrer Ulrich Clancett aus Jüchen.

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