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Kirche in WDR 2 | 28.03.2015 | 05:55 Uhr

Gebet auf Sparflamme

Ob sie dieses Gebet an einem Samstag verfasst hat, kann ich nicht sagen. Aber es ist ein Samstagsgebet. Es passt zu dem Tag, der früher noch mehr als heute Putztag war. Geschrieben hat es Teresa von Avila. Diese Nonne, die b heute vor 500 Jahren geboren wurde und die zu Lebzeiten die katholische Kirche in Atem hielt. Ach was: sie tut es bis heute.

Ich muss es ja leider offen sagen: In der Geschichte der katholischen Kirche gibt es wenige starke Frauengestalten. Und das liegt nicht an den Frauen. In der Männer-Hierarchie der Kirche hatten es Frauen mit ihrer Art zu Glauben – oft ganz bodenständig – fast immer schwer. Daher fehlt da etwas der Kirche. Umso mehr bin ich froh, dass es eine wie Teresa von Avila gab. Und dass sie es sogar zur sogenannten Kirchenlehrerin gebracht hat. Ausgerechnet diese resolute Karmeliterordensfrau aus Spanien ist bis heute eine der beliebtesten Heiligen.

Zu Lebzeiten schimpfte der Botschafter des Papstes, der Nuntius, sie mal ein „herumvagabundierendes und unruhiges Weib“. Aber das konnte Teresa nicht schrecken. Sie hatte ihre ganz eigene Beziehung zu Gott: ungeschminkt und ehrlich. Und daraus schöpfte sie Kraft. Dieses Gebet, von dem ich spreche, das zeugt davon.

Und Sie könnten jetzt sagen. Das ist ja typisch Mann von der Kirche, dass er ausgerechnet dieses Gebet wählt zu ihrem 500sten Geburtstag. Denn es heißt „Herr der Kochtöpfe“. Das passt ja: Kirche und Küche. Mehr geht da nicht für Frauen. Aber hören Sie gleich mal genau hin. Ich habe es nicht wegen der Küche gewählt, sondern, weil es ein Gebet auf Sparflamme ist.

Und das passt mehr noch zu dieser Woche als zu einem Putztag wie heute. Für mich passt es ans Ende dieser Woche, in der so viele Fragen übrig bleiben, so viel Trauer und auch solch schreckliche Gewissheiten. Diese Woche kann man vielleicht nur beschließen mit einem Gebet auf Sparflamme. Und so bete ich jetzt die Worte, mit denen Du, Teresa, schon vor über 400 Jahren gebetet hast:

Herr der Töpfe und Pfannen, ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein … Mache mich zu einer Heiligen, indem ich Mahlzeiten zubereite und Teller wasche. Nimm an meine rauen Hände, weil sie für Dich rau geworden sind. Kannst Du meinen Spüllappen als einen Geigenbogen gelten lassen, der himmlische Harmonien hervorbringt auf einer Pfanne? Sie ist so schwer zu reinigen, und ach, so abscheulich. Hörst Du, lieber Herr, die Musik, die ich meine? … Herr der Töpfe und Pfannen, bitte darf ich Dir anstatt gewonnener Seelen die Ermüdung anbieten, die mich ankommt beim Anblick von Kaffeesatz und angebrannten Gemüsetöpfen?…Herr, nimm meine Betrachtung an, weil ich keine Zeit habe für mehr.

So und jetzt „basta“ – ein Wort, das Du, Teresa, gerne benutzt hast. Sogar in einem Gebet, vielleicht in Deinem Berühmtesten: „Nichts soll dich ängstigen, nichts soll dich quälen – Gott allein genügt“. "Solo dios, basta!“ Und…nimm es mit Humor, dass ich als Mann eben Dein Gebet von den Kochtöpfen gesprochen habe.

Copyright Vorschaubild: Alan Cleaver (flickr) CC BY 2.0

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