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Kirche in WDR 2 | 18.01.2019 | 05:55 Uhr

Gedenken und Verstehen

Autor: 1983 kam er das erste Mal wieder zurück nach Bad Laasphe in Südwestfalen. Das war keine leichte Entscheidung für Herbert Präger.

O-Ton: Der ist aufgewachsen zwei Häuser neben meinem Elternhaus und als er 20 war, wurde er nach Auschwitz deportiert in ´43, Ende Februar musste er hier von Laasphe weg, und hat dann vierzig Jahre Anlauf genommen, um zum ersten Mal wieder in seine Heimatstadt zurückzukehren.

Autor: So erinnert sich heute Rainer Becker. Er ist Vorsitzender des Freundeskreises für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Bad Laasphe. 1988, am 50. Jahrestag der Reichspogromnacht, hatte die Stadt Überlebende des Holocausts eingeladen. Tatsächlich kamen etwa zwanzig ehemalige jüdische Mitbürger und Angehörige.

O-Ton: Da weiß ich noch, dass Herbert Präger erzählte, er hört noch heute das Pfeifen der Lokomotive, die ihn und andere im Zug nach Auschwitz gezogen hat. Ich hab ihn auch gefragt, ob er Hass empfindet und da sagte er: „Hass? Wir sind religiöse Leute.“

Autor: Da war erstmal Schweigen im Saal. Was für ein Satz! Hass? Wir sind religiöse Leute. Das ist wahre Größe. Und dann passierte noch etwas Unglaubliches:

O-Ton: Dann stand ein ehemaliger SA-Mann auf, ein Ruhestandspfarrer, und outete sich und bekannte, dass er versagt hatte. Und bat um Vergebung. Dann stand besagter Herbert Präger auf und der Simon Burg, der war der einzige Überlebende seiner Familie, und die beiden reichten diesem ehemaligen SA-Mann die Hände. Das war für mich beeindruckend.

Autor: Für die einen sind es persönliche Begegnungen wie diese, andere lässt einfach dieser Teil ihrer Heimatgeschichte nicht los. Alle wollen die Erinnerung wachhalten. Gerade in Zeiten, wo Populismus von rechts wieder auf dem Vormarsch ist. Jetzt hat der christlich-jüdische Freundeskreis die Chance, das Gebäude der ehemaligen Synagoge in Bad Laasphe zu erwerben. Pfarrer Joachim Cierpka:

O-Ton: Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern. Aber wir können die Zukunft gestalten, indem wir in der Gegenwart miteinander denken und arbeiten. Und das ist genau das, was in diesem Gebäude in Zukunft passieren soll.

Autor: So ähnlich wie in einem jüdischen Lehrhaus etwa mit Seminaren und Veranstaltungen, mit Begegnungen zwischen verschiedenen Religionen und Kulturen. Ob es vor Ort auch Widerstände gibt oder zumindest Fragen? Kann sein,

O-Ton: aber dieses Zentrum soll ja genau dazu dienen, diese Ängste abzubauen. Durch Kennenlernen und Verstehen lernen Menschen auch zueinander zu führen. Das brauchen wir in unserer Gesellschaft. Wir müssen zusammenwachsen.

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