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Kirche in WDR 2 | 18.03.2014 | 05:55 Uhr

Gedenktage

Autor: Dieses Jahr 100 Jahre Beginn 1. Weltkrieg. 75 Jahre Ausbruch 2. Weltkrieg. Nächstes Jahr 70 Jahre Befreiung in Auschwitz. Wir stehen vor einer Fülle von Gedenktagen zur jüngsten deutschen Geschichte, und übrigens auch mit Bedeutung für die Kirchen. Doch ich glaube, nicht wenige Menschen sagen: Irgendwann muss doch mal Geschichte Geschichte sein. Lasst mich damit in Ruhe!

O-Ton: Ja, das ist genau das, was ich und viele andere wahrscheinlich auch immer verhindern wollen, weil es ist eben nicht schon 69 Jahre her, das ist erst 69 Jahre her, finde ich. Und deswegen finde ich es auch schade, dass wir immer weiter weg von dieser Generation rücken und dass es deswegen immer mehr verstorbene Geschichte für die Leute wird. Und ich finde, dass ist gerade das Gefährliche, dass so was immer wieder passieren kann.

Autor: Das war Julia Sophie Wagner aus Hamm in Westfalen. Ich habe sie mit anderen Schülern aus Nordrhein-Westfalen in Auschwitz getroffen. Sie waren dort auf Studienfahrt, sogar schon zum zweiten Mal. Auch Willem Buys aus Hagen:

O-Ton: Die Geschichte darf sich nie wiederholen, sagt man, während sie sich eben an anderen Orten wiederholt. Und ich finde es besonders wichtig, dass eben in der Gesellschaft diese Probleme verarbeitet werden, indem eben diese Fragen gestellt werden und dazu kommt es, indem Menschen sich damit beschäftigen und Menschen das an andere Menschen weitertragen, sodass jeder für sich überlegen kann: Was kann er tun!

Autor: Gaskammern, Verbrennungsöfen, Folterkeller verteilt über ein riesiges Gelände. Der Besuch in Auschwitz ist hart und wahrscheinlich ohne Gleichen. Er hat die Jugendlichen aber auch angeregt, in der eigenen Familiengeschichte zu forschen. Da, wo bislang nicht geredet wurde, sondern geschwiegen. Mit überraschenden Ergebnissen, wie für Julia Sophie Wagner:

O-Ton: Die Großmutter meiner Mutter, meine Urgroßmutter, die war jüdisch und die war in Theresienstadt (...) und die hat da Tagebuch geführt (…) und das ist schon ziemlich bewegend, auch emotional für einen selbst, wie viel Geschichte, wie viel von diesen toten Fakten halt in der eigenen Familiengeschichte stattfindet.

Autor: Die jungen Menschen, mit denen ich in Auschwitz war, – und das waren nicht nur Gymnasiasten, sondern auch Hauptschüler und Berufsschüler – machen mir Mut. Denn: Auch nach fast vier Generationen wollen junge Menschen wissen, was ihre Geschichte ist. Für sich persönlich, aber auch, um sich politisch zu engagieren. Zum Beispiel gegen jede Form von Rechtsextremismus.

O-Ton: Und man muss auch schon fast Werbung für Auschwitz machen, weil, also ich zum Beispiel auch persönlich, ich wusste vorher gar nicht, dass es so was gibt und an vielen Schulen wird das auch gar nicht erwähnt (…) Ja, es ist halt wichtig, dass so viele Menschen wie möglich davon erfahren, dass es diese Möglichkeit gibt, Geschichte real zu sehen und anzufassen.

Autor: Das sagt Margarita Jekimova, Realschülerin aus Gütersloh. Die Gedenktage an Weltkriege, an Auschwitz, sie sollten keine leeren Tage sein, sie haben Bedeutung für meine Zukunft, sagt sie.

O-Ton: Ich finde das sehr, sehr sinnvoll, denn wir haben jetzt die Aufgabe, diese Geschichte immer weiter zu tragen und immer weiter zu geben, damit das nicht vergessen wird, weil, wenn es vergessen wird, kann es dazu kommen, dass es irgendwann, dann werden wieder dieselben Fehler geschehen, weil sie vergessen wurden.

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