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Sonntagskirche | 12.02.2017 | 08:55 Uhr

Gelassen

Guten Morgen!

Mit der heutigen Wahl des 12. Bundespräsidenten wird das Superwahljahr 2017 eröffnet. Ende März wird der Landtag im Saarland und im Mai die Landtage in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gewählt. Als krönenden Abschluss des fünffachen Wahlmarathons findet im Herbst die Bundestagswahl statt.

Dabei scheint das Ergebnis der heutigen Wahl ziemlich vorhersehbar zu sein. Der bisherige Außenminister der großen Koalition, Frank-Walter Steinmeier, dürfte der nächste Bundespräsident werden und damit Joachim Gauck ablösen.

Was sollte man dem neuen Repräsentanten Deutschlands für seinen Amtsantritt wünschen, frage ich mich beim Frühstück. Angesichts der äußerst unsicheren Ergebnisse der kommenden Wahlen und der wahrscheinlichen Fortsetzung des Schlingerkurses der Europäischen Union fällt mir das Stichwort „Gelassenheit“ beim Pellen meines Frühstückseis ein. Ja, das wünsche ich ihm: „Gelassenheit!“ und das wird nicht nur er als neuer Bundespräsident brauchen, sondern auch die Kanzlerin und die kommende Regierung.

Bevor der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika am 20. Januar vereidigt wurde, hatte er mit diversen Äußerungen schon weltweit für ausreichend Negativschlagzeilen gesorgt. Mit ihm dürfte es wahrscheinlich nicht nur für Steinmeier kein Zuckerschlecken werden. Daneben sind dem bisherigen Außenminister und voraussichtlich künftigen Bundespräsidenten die derzeitigen Krisenherde der Welt ja alle bestens vertraut: Syrien, Irak, Ukraine und der gesamte Nahe Osten. Die Flüchtlingskrise und der islamistische Terrorismus werden nicht nur die nächsten Wahlen dominieren, sondern auch die Regierungen weltweit in Atem halten.

„Gelassenheit“, das klingt da fast wie sarkastische Ironie angesichts dieser weltweiten Krisen. In der Bibel lese ich: Eine Hand voll Gelassenheit ist besser als beide Hände voll Mühe und Jagd nach Wind (Prediger 3,6). Und wie Wind kommt es mir vor, wenn ich mich in dem sich immer schneller drehenden Nachrichtentornado in Zeitungen, Radio, Fernsehen, Internet verliere. Wenn ich kaum noch unterscheiden kann: Wo erfahre ich wichtige und hilfreiche Fakten und wo werde ich von nachgeplapperten Halbwahrheiten gefährlich in die Irre geführt?

Nicht nur unsere Verantwortungsträger in Politik und Wirtschaft, in den Kirchen und bei den Medien brauchen eine Extra-Portion Gelassenheit, sich immer wieder ein eigenes besonnenes Urteil zu bilden. Auch ich selbst könnte davon wirklich mehr gebrauchen.

Ein letzter Biss in mein Mohnbrötchen, und mein Blick streift unseren Hund. Gelassen wartet er auf das Ende des Frühstücks. Manchmal schon startbereit vor der Flurtür. Kein Bellen, kein Winseln. Er weiß, nach dem Frühstück geht es raus und zumindest ein paar Leckerchen dürften wieder drin sein. „Itthai“, so heißt unser Golden Retriever, hat gelernt: Es gibt einfach Dinge im Alltag, auf die ich mich verlassen kann. So kann ich von ihm eine Menge in Sachen Gelassenheit lernen. Denn auf manches kann ich mich auch in meinem Alltag jenseits der großen Politik verlassen.

Itthai heißt übrigens - Gott ist mir. Darauf verlasse ich mich – immer wieder. Und das lässt mich gelassen leben und auch entspannt die Ergebnisse der Wahlen abwarten. Denn Gott ist mit Ihnen und mir.

Einen gelassenen Sonntag wünsch´ich Ihnen.

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