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Kirche in WDR 2 | 14.08.2018 | 05:55 Uhr

Gerechtigkeitssinn

Autorin: Erderwärmung, Klimaschutz und Kohleausstieg, fast täglich hören und lesen wir davon. Doch wer sind die Menschen, die sich hier engagieren? Wofür kämpfen sie, was motiviert sie, gibt ihnen Kraft?

Heute geht’s um Antje Grothus. Vor 24 Jahren ist sie in einen beschaulichen Ort im Rheinland gezogen, nach Buir, damals war ihr nicht bewusst,

O-Ton: dass ich irgendwann mal am Rande eines 450 m tiefen Braunkohlelochs leben soll, ich wusste nicht, dass sich die Bagger hier auf uns zu baggern.

Autorin: Wegen des Kohleabbaus sollte die Autobahn an den unmittelbaren Ortsrand verlegt werden. Statt Wald und Wiese Lärm und Gesundheitsbelastung durch Grob- und Feinstaub. Die Buirer haben sich gewehrt, was sie erlebt haben, nennt Antje Grothus Pseudobürgerbeteiligung.

O-Ton: Ja, Pseudobürgerbeteiligung heißt, dass man zwar Einwendungen schreiben kann und dann auch vor der Bezirksregierung per Anhörung das vortragen kann, aber dass man in Wirklichkeit gar nicht gehört wird, weil die Bezirksregierungen mit RWE und dem Landesbetrieb Straßen sozusagen an einem Tisch sitzt.

Autorin: Also haben sie vor elf Jahren eine Bürgerbewegung gegründet, die „Buirer für Buir“.

O-Ton: Ich hab schon immer allergisch reagiert in so Fällen von Ungerechtigkeit und da war --glaub ich- mein Gerechtigkeitssinn in diesem Verfahren sehr verletzt worden und das ist der Grund geworden, warum ich aktiv geworden bin.

Autorin: Mittlerweile ist die Autobahn verlegt. Die Grube kommt näher. Die Buirer haben sich gut aufgestellt. Sie kennen sich aus: mit Zahlen und Fakten zu CO2 Emissionen, zu Arbeitsplätzen in Abbau und Rekultivierung, mit der Verstopfung der Stromleitungen durch Überproduktion, und mit den sog. Ewigkeitslasten. Sie kämpfen weiter und sie setzen dabei – wie Antje Grothus sagt – auf die Schwarmintelligenz, sie sind gut vernetzt.

O-Ton: Weil wir natürlich ganz schnell gesehen haben den Zusammenhang zwischen dem, was der Energiekonzern RWE hier mit der Braunkohleförderung treibt und dem Klimaschutz und dieser Klimakrise, die wir einfach akut haben.

Autorin: Ihre selbständige Tätigkeit hat Antje Grothus aufgegeben, als sie im vergangenen Jahr die Chance bekam bei der Klimaallianz Deutschland zu arbeiten. Von dieser Arbeit ist sie gerade freigestellt. Der Grund: Sie ist in die Klimakommission nach Berlin berufen worden. Und: Sie ist sogar stimmberechtigt. Zwischen Politikern, Gewerkschaftsvorsitzenden, aber auch Vertretern von Nicht-Regierungsorganisationen wird sie die Interessen betroffener Anwohner vertreten.

Was ihr immer wieder Kraft gibt, ist zum einen die Verantwortung, die sie übernommen hat. Dann die ehrenamtliche Unterstützung durch – wie sie sagt – viele aktive, kreative, fachlich unglaublich gut aufgestellte Leute. Und sie hat gelernt,

O-Ton: was in den Kreisen – glaube ich – so als Selbstermächtigung beschrieben wird, d.h. dass man nicht einfach warten muss, bis einem irgendein Mensch sagt, du musst jetzt das oder das tun, sondern dass man einfach die Chance hat, selber die Initiative zu ergreifen und aktiv zu werden, bürgerschaftlich, ehrenamtlich, wie auch immer, und dass man sich einfach trauen sollte.

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