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Kirche in WDR 5 | 07.02.2014 | 06:55 Uhr

Geschenktes Gegenüber

Guten Morgen liebe Hörerin, guten Morgen lieber Hörer,

Sebastian und Christiane sitzen vor mir und sind schwer verliebt. In wenigen Wochen werden sie heiraten und heute wollen wir miteinander ihre Trauung besprechen. Die beiden haben sich schon viele Gedanken gemacht, haben schöne Lieder und Texte ausgesucht. Es macht viel Spaß, mit den beiden diesen besonderen Gottesdienst zu planen. Dann kommt die Sprache auf den Trauspruch, den sie sich ausgesucht haben. Ein Wort aus der Bibel: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine ist - so spricht Gott. Ich will ihm ein Gegenüber schenken, das zu ihm passt.“

Die beiden schauen sich glücklich an: „Unsere Liebe ist ein Geschenk, das spüren wir jeden Tag und wollen Gott einfach dafür danken und dieses Glück mit anderen feiern". Sebastian und Christiane haben jeweils schon eine Beziehung hinter sich, aber das passende Gegenüber ist es nicht gewesen. Zu viele Meinungsverschiedenheiten über Kleinigkeiten. Keine gemeinsamen Hobbies, keine gemeinsame Zukunftsperspektive. Aber jetzt passt einfach alles. Die beiden verstehen sich blind und spüren ein tiefes Vertrauen zu dem anderen. Sie wollen miteinander alt werden und füreinander da sein, auch wenn es dem anderen einmal schlecht geht.

So hat sich Gott die Liebe zweier Menschen gedacht. Kein Mensch kann für sich alleine Mensch sein. Er braucht ein Gegenüber, mit dem er sich verbunden fühlt. Ein Gegenüber, mit dem er streiten und sich wieder versöhnen kann. Ich brauche jemanden, der mit mir lacht und auch vor den Tränen keine Angst hat. Ich kann mich alleine nicht in den Arm nehmen und trösten. Auch dafür brauche ich ein passendes Gegenüber. Christiane und Sebastian ist das Glück, so einen Menschen gefunden zu haben, mit jedem Wort anzumerken. Dieses Glück wirkt richtig ansteckend.

Aber auf einmal wird Christiane nachdenklich. Ihr fällt ein Freund ein, den sie auch einladen will. Und der schon seit vielen Jahren alleine ist. Das passende Gegenüber, die richtige Frau fürs Leben ist ihm noch nicht über den Weg gelaufen. So oft schon ist er enttäuscht worden.

Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine ist. Wie mag dieser Satz auf ihn wirken? Auch in Zeiten des Internets, wo es scheinbar so einfach ist, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, bleiben viele trotzdem einsam. Ich sage: „Ich kenne einige, die sind mit ihrem Single-Dasein ganz zufrieden. Sie fühlen sich frei und unabhängig. Und sie sagen dann oft: `Ich bin trotzdem nicht allein. Ich habe Freunde. Und gute, verlässliche Freunde sind schließlich mehr wert als ein Partner oder eine Partnerin, die nichts mehr füreinander empfinden.“

Christiane und Sebastian wollen jedenfalls ihr Glück und ihre Liebe mit anderen Menschen teilen. Auch mit ihrem Freund. Das wollen sie sich bei ihrer Hochzeit versprechen. Sie wollen für andere Freunde sein, auf die man sich verlassen kann. Auch das verbinden sie mit ihrem Trauspruch: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.

Als ich die beiden an der Haustür verabschiede, zwinkern sie mir fröhlich zu und sagen: „Wir freuen uns ganz besonders auf den Segen bei der Trauung.“ Ja, genau, Segen bedeutet, dass unsere Liebe und unser Glück von Gott kommen und dass wir uns auf ihn verlassen können. So ein Vertrauen wünscht Ihnen heute Pfarrer Sven Dreiser, Lövenich-Erkelenz.

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